Handwerk optimistisch

8. Februar 2019
Kammerpräsident Joachim Krimmer (li.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich wollen die Handwerksbetriebe bei der Mitarbeiter- und im besonderen bei der Azubi-Gewinnung unterstützen Foto: HWK/ Photodesign Armin Buhl

Die Handwerkskammer Ulm hat  wieder Mitgliedsbetriebe befragt, wie sie ihre aktuelle wirtschaftliche Lage und die Zukunftsaussichten einschätzen. Das Fazit: weiterhin überwiegend positiv.

Ulm – Was die Auftragslage anbelangt, seien die Mitgliedsunternehmen der Handwerkskammer Ulm (HWK) durchgehend optimistisch, so Kammerpräsident Joachim Krimmer. Zwar liegen die Prognosen unter denen des Vorjahres, aber „das ist eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Viele Handwerksbetriebe mussten im vergangenen Jahr Aufträge ablehnen, das bedeutet, dass wir jetzt nach einer Überhitzung eine gesunde Abkühlung erleben.“ Hier wird der Kunde von kürzeren Wartezeiten profitieren.

Was die Konjunktur in den einzelnen Gewerken im vierten Quartal 2018 angeht, zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Im Bau- und Ausbauhandwerk war die Laune bestens, auch in der Nahrungsmittelbranche stieg die Geschäftslage deutlich an, ebenso in den Dienstleistungsbranchen.

Der Gesundheitssektor konnte nicht mit dieser Entwicklung mithalten. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der HWK, sieht die Gründe in ausufernder Bürokratie und Dokumentationspflicht. Auch das Kfz-Gewerbe musste herbe Rückschläge einstecken: „Hier ist die Dieselproblematik schuld. Die Autohäuser nehmen  Diesel zu Preisen in Zahlung, für die sie nicht mehr verkauft werden können, das ist ein Problem.“ Insgesamt war die Betriebsauslastung 2018 ebenso hoch wie die Nachfrage, was zu langen Wartezeiten und hohen Preisen geführt hat. Mehr als 70 Prozent der Betriebe sprechen von einer guten oder sehr guten Auslastung. 85 Prozent erwarten für 2019 eine weiterhin gute oder sogar noch verbesserte Geschäftslage.

Eine echte Wachstumsbremse über alle Branchen hinweg ist der Fachkräftemangel: Nur jeder fünfte Handwerksbetrieb hat im vergangenen Jahr unproblematisch neue Mitarbeiter gefunden, 40 Prozent konnten gar keinen geeigneten Bewerber finden. 

Deshalb engagiert sich die Handwerkskammer Ulm seit Frühjahr 2018 in der Personalberatung. Die  Betriebe sollen nicht nur lernen, wie man als attraktiver Arbeitgeber auf sich aufmerksam macht, sie sollen auch stärker die bereits vorhandenen Mitarbeiter an sich binden. „Die Leute wollen natürlich gutes Geld verdienen, aber weit wichtiger ist ihnen, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird, dass sie Sinn darin sehen und selbstständig arbeiten können. Das sind die Stärken der Handwerksbetriebe“, so Joachim Krimmer. Wenn dann noch nette Kollegen und ein guter Chef dazu kämen, hätten die Unternehmen schon vieles richtig gemacht. Die HWK bietet Beratungen, Veranstaltungen und Online-Seminare zum Thema an.

Karin Boukaboub

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