Germania stellt Flugbetrieb ein

7. Februar 2019
Am Dienstag landeten die letzten Germania-Maschinen – das Insolvenzverfahren läuft Foto: Karsten Kießling

Die Fluggesellschaft Germania hat am vergangenen Montag Insolvenz beantragt und in der Nacht zum 5. Februar ihren Flugbetrieb eingestellt. Mit fünf wöchentlichen Abflügen im Winterflugplan und einem umfangreichen Sommerflugplanangebot war Germania am Bodensee-Airport  Friedrichshafen eine der wichtigen Fluggesellschaften. 

Berlin – Wie die Airline in einer Pressemitteilung am Dienstag bekannt gab, hat die ins Straucheln geratene deutsche Fluggesellschaft Germania am Montag am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Insolvenzantrag gestellt und ihren Flugbetrieb ab diesem Dienstag komplett eingestellt.

Am Bodensee-Airport entfielen rund ein Drittel der Fluggäste im Jahr 2018 auf die Germania. Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH: „Für die Region und den Bodensee-Airport ist der Ausstieg der Germania äußerst bedauerlich. Die von hier aus angebotenen Routen konnten wirtschaftlich sehr erfolgreich betrieben werden, weil es dafür einen attraktiven Markt gibt. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass ein passendes Flugangebot auch in Zukunft alle Chancen hat. Durch die systematische Weiterentwicklung des Linienverkehrs mit Lufthansa, Turkish Airlines und dem British-Airways-Franchise-Partner SUN-AIR mit den innerdeutschen Strecken werden der regionalen Wirtschaft auch weiterhin optimale Verbindungen angeboten.“ Das Management des Bodensee-Airport arbeitet nun mit Hochdruck am Aufbau von alternativen Flugangeboten, um die jetzt entstandene Lücke im Flugangebot möglichst umgehend zu schließen. Dazu ist man im intensiven Kontakt mit allen großen Reiseveranstaltern sowie Fluggesellschaften.

Kunden der Germania, die Tickets direkt über deren Website gebucht haben, haben keinen Anspruch auf eine Ersatzbeförderung. Die Mehrheit der Kunden, die über einen Reiseveranstalter den Germania-Flug als Pauschalreise innerhalb eines Komplett-Pakets gebucht haben, ist über den jeweiligen Reiseveranstalter abgesichert. Dazu sollte direkt mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufgenommen werden, um eine Ersatzbeförderung zu organisieren.

Wie Germania mitteilt, war der kurzzeitige Liquiditätsbedarf entstanden, da insbesondere unvorhersehbare Ereignisse wie massive Kerosinpreissteigerungen über den Sommer 2018 bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte das Unternehmen in großem Umfang belastet hatten. Das 1978 gegründeteUnternehmen mit Sitz in Berlin beförderte nach eigenen Angaben etwa vier Millionen Passagiere pro Jahr.

dab/pr

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