Funkmasten in Flammen - Täter legen auf dem Hochhaus am Goetheplatz Feuer
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16. Mai 2019
In der Nacht von Samstag auf Sonntag brannte es auf dem Dach des Hochhauses Foto: Feuerwehr RV

In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte auf dem Dach des Hochhauses am Goetheplatz die Antennenträger zweier Mobilfunkanbieter in Brand gesetzt. Ein Großalarm der Feuerwehr folgte. Vom Ausfall der Telefonnetze sind Tausende Menschen betroffen. Über die Motive der Tat wird nun spekuliert.

Ravensburg – Es ist 1.15 Uhr als der Alarm bei der Feuerwehr eingeht. Bereits als Kommandant Claus Erb die Seestraße vom Marienplatz herkommend anfährt, kann er die Flammen auf dem Dach des Hochhauses sehen, erzählt Erb. Sofort geht er den bevorstehenden Einsatz im Kopf durch: 13 Stockwerke hat das Gebäude am Goetheplatz. „Wir müssen da hoch“, schildert Erb seine Gedanken. Um 1.19 trifft der Kommandant an der Einsatzstelle ein, kurze Zeit darauf seine Kollegen. Ein oder mehrere unbekannte Täter waren in der Nacht zum Sonntag zwischen 0 und 0.30 Uhr gezielt auf das Dach des Gebäudes gestiegen und hatten dort einen Brand gelegt, nachdem sie ein Fenster aufgehebelt hatten und in das Kellergeschoss des Hochhauses gewaltsam eingedrungen waren, wie Oberstaatsanwalt Karl-Josef Diehl mitteilt. (Stand bei Redaktionsschluss). Die gesamte Mobilfunk- und Richtfunktechnik von Vodafone und Telefonica O2 wurde zerstört. 

„Da es sich um einen Richtfunksammler handelt, ist die Mobilfunkversorgung im Bereich Ravensburg beeinträchtigt“, erklärt Vodafone-Konzernsprecher Volker Petendorf. „Im Vodafone-Netz haben seit dem Brand bis zu 1 300 Kunden keinen Mobilfunkempfang mehr.“

Die Kunden können nicht mobil telefonieren und auch nicht mit ihrem Smartphone oder Tablet im Internet surfen. „Denn die Antennen für alle drei Mobilfunktechnologien (GSM, UMTS und LTE) wurden zerstört“, so Volker Petendorf von Vodafone. Die Reparaturarbeiten der Firma konzentrieren sich aktuell darauf, den Betriebsraum weiter für eine provisorische Lösung zu nutzen. Er wurde nicht zerstört. Jedoch: „Es ist zurzeit noch nicht absehbar, bis wann das Mobilfunknetz wieder vollständig in der zuvor gewohnten Qualität zur Verfügung steht.“ Auch das O2-Netz ist in den Ortschaften von Ravensburg über Bad Waldsee bis nach Biberach, genauso von Wolfegg bis Bodnegg und von Berg über Horgenzell bis nach Illmensee betroffen, so Telefónica-Pressesprecher Jörg Borm. Wahrscheinlich wird unter anderem auch eine Sanierung der Dachhaut des Gebäudes notwendig sein, bevor überhaupt die zerstörten Kabel und Antennen ausgetauscht werden können. 

Über die möglichen Motive der oder des Täters wird viel diskutiert. „Auffallend ist jedoch, dass der Angriff offenbar gezielt den Mobilfunkanlagen galt“, so Oberstaatsanwalt Diehl. „Ob hier aber tatsächlich ein Motiv zu suchen ist, ist derzeit noch spekulativ.“ Die Brandstifter müssen mit einem Mindestmaß von einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen und einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren. Bei schwerer Brandstiftung werden die Täter sogar zu 15 Jahren verurteilt.

Stefan Wölke

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