Für wen kommt Crowdinvesting infrage?

Für wen kommt Crowdinvesting infrage?
Ein positiver Effekt – nicht nur für Startups: Mit Crowdinvesting lässt sich Öffentlichkeit schaffe
12. September 2019

Ob Mittelständler, Banken oder Immobilienprojektentwickler: Crowdinvesting kann in den unterschiedlichsten Branchen und Unternehmensformen zum Einsatz kommen. Welchen Zweck die alternative Finanzierungsform neben der reinen Kapitalbeschaffung erfüllt, möchten wir Ihnen in den kommenden Wochen vorstellen. Den Auftakt machen kleine und mittelständische Unternehmen sowie Startups.

Crowdinvesting für kleinere Unternehmen

Lange Zeit wurde Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument betrachtet, das ausschließlich für Startups in Frage kommt. Doch die rasante Entwicklung der letzten Jahre mit Investitionen in Millionenhöhe haben der renditebasierten Schwarmfinanzierung neue Branchen erschlossen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eröffnen sich so ganz neue Perspektiven.

Gerade bei kleinen Unternehmen ist Kapital oftmals anderweitig gebunden. Das erschwert ein weiteres Wachstum, und Investitionen in neue Projekte müssen warten. Mit Crowdinvesting können kleine Unternehmen ihre eigene Position gegenüber Banken stärken: Denn wer einen Kredit möchte, muss in der Regel entsprechende Eigenkapitalbestände vorweisen. Mit Crowdinvesting lässt sich diese Eigenkapitalbasis schnell und unkompliziert stärken.

Crowdinvesting für mittelständische Unternehmen

„Der Mittelstand muss bei der Finanzierung neue Wege gehen“, davon ist Thomas Maier, Geschäftsführer von Eisele Pneumatics in Waiblingen, fest überzeugt. Der schwäbische Mittelständler setzt bei der Finanzierung einer neuen Produktlinie auf Crowdinvesting.

Für etablierte mittelständische Unternehmen bietet Crowdinvesting die Möglichkeit, schnell und unkompliziert an frisches Kapital zu gelangen. Denn deutsche Mittelständler stehen verstärkt im internationalen Wettbewerb. Hier sind viel Flexibilität und ein hohes Tempo gefragt – Anforderungen, die klassische Finanzhäuser oft nicht erfüllen können. Denn für Investitionen das nötige Geld von Banken zu bekommen, ist mit hohem Aufwand verbunden. Da dieser eher noch zunehmen wird, setzen Mittelständler wie Eisele auf die digitale Schwarmfinanzierung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den oftmals nur Mittelständler erfüllen können: Sie sind tief in der Region verwurzelt und haben durch Crowdinvesting die Möglichkeit, lokale und regionale Investoren an Bord zu holen. Dadurch kann das mittelständische Unternehmen wachsen und gleichzeitig die eigenen Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen.

Crowdinvesting für Star-tups: Startkapital vom Schwarm

Die Geschäftsidee ist durchdacht, die ersten Vorbereitungen zum eigenen Unternehmen laufen, aber das Kapital fehlt noch. Und nun? Die Startup-Branche war eine der ersten, die Kapital über die Crowd einsammelte. Zu Beginn handelte es sich dabei um kleinere Finanzierungsrunden zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Mittlerweile reichen die Summen aber auch hier in den Millionenbereich. Zu welchem Zweck Gründerinnen und Gründer auf die Schwarmfi nanzierung setzen? Gerade junge Unternehmen benötigen Zeit, um sich zu entwickeln – und vor allem regelmäßig neues Kapital. Für Startups ist Crowdinvesting eine Möglichkeit, um eine erste Anschubfinanzierung sicherzustellen. Das betrifft vor allem Unternehmen aus technologiegetriebenen Branchen, die gerade zu Beginn einen hohen Kapitalbedarf aufweisen. Denn viele Mittel fließen in Forschung, Entwicklung oder die Anmeldung von Patenten. Dieser Kapitalbedarf lässt sich mit einer ersten Anschubfinanzierung decken – ohne dabei Unternehmensanteile abzugeben und sich in Abhängigkeit von Investoren zu begeben.

Feedback einholen und Öffentlichkeit schaffen

Ein Crowdinvesting-Projekt ist außerdem stets mit einem ho-hen Maß an Transparenz verbunden. Für viele Startups ist es nicht immer einfach, gerade zu Beginn ihres Bestehens, Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch auch das kann eine wertvolle Erfahrung sein. Denn so erhalten die Gründer erste Rückmeldungen und Tipps aus unterschiedlichen Perspektiven zu ihrem Produkt oder ihrer Geschäftsidee – und das von Anlegern, die bereit sind, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Schließlich möchten sie ihr Geld sinnvoll investieren.

Ein weiterer positiver Effekt, der für Startups von Relevanz ist: Mit Crowdinvesting lässt sich Öffentlichkeit schaffen. Junge Unternehmen können ihre Markenbekanntheit steigern und ihr Image stärken. Eine Marketingstrategie, die verschiedene Partner einbindet und Instrumente einsetzt, trägt nicht nur zum schnelleren Funding-Erfolg bei. Sie sorgt auch dafür, dass ein Startup seine Reichweite erhöht und bekannter wird.

Christoph Daniel

Crowdinvesting ist ein modernes, alternatives Instrument zur Kapitalbeschaffung. Dabei investieren viele Einzelanleger vergleichsweise geringe Geldbeträge in ein aussichtsreiches Unternehmen oder Projekt – üblicherweise über eine Internet-Plattform. Die Anleger beteiligen sich so finanziell am Erfolg des Unternehmens oder Projekts. Sie erhalten neben ihrem eingesetzten Kapital auch einen vorab festgelegten Zinssatz über eine bestimmte Laufzeit zurück. Auch das Unabhängige Wochenblatt setzt auf Crowdinvesting, um damit Wachstums- und Digitalisierungsprojekte wie tagesaktuelle Online-Berichterstattung und eine Wochenblatt-App voranzutreiben – und gleichzeitig seinen Leserinnen und Lesern eine attraktive Renditemöglichkeit zu bieten.

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