Feiern – aber richtig!
Empfehlung

28. Februar 2019
Besonders beim Feiern ist es wichtig, aufeinander achtzugeben Foto: Adobe Stock

Gumpiger Donnerstag, Rosenmontag, Aschermittwoch – die fünfte Jahreszeit biegt mit Vollgas auf die Zielgerade ein. Umzüge, Musik sowie ausgelassene Partys und Bälle in der gesamten Region lassen die Herzen aller Fasnetsfreunde höher schlagen. Damit jeder den Feier-Wahnsinn heil übersteht, geben wir wichtige Tipps für die Hauptfasnet.

Region – Kurz nach 22 Uhr, Marie und ihre Freundin Anja wollen auf dem Fasnetsball gerade richtig loslegen. „Komm‘, das Fliegerlied läuft, lass‘ uns schnell auf die Tanzfläche!“, sagt Marie und zerrt Anja hinter sich her. Die hat in der Hektik ihr Getränk auf einem Stehtisch vergessen und denkt sich nichts Böses, als sie nach wenigen Minuten wiederkommt und nach der Tanzeinlage ihren Durst löschen will. Fünf Minuten später ist Anja bewusstlos, sie wacht erst im Krankenwagen wieder auf und fühlt sich, als hätte sie gerade Unmengen an Alkohol konsumiert. 

Hilflosigkeit tritt ein

„Vor allem zur Fasnetszeit warnen wir vor K.o.-Tropfen“, erklärt Markus Sauter, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Konstanz. Zu schnell werde ein Glas unbeaufsichtigt gelassen und ein Fremder könne so unbemerkt K.o.-Tropfen in das Getränk geben. Die Folge kann ein sogenannter Filmriss sein, währenddessen eine Person handlungsunfähig, hilf- und willenlos ist.

Dabei ist die Gefahr der K.o.-Tropfen quasi unsichtbar, sie sind farb- und geruchslos. 

Praktische Tipps

Die Polizei will in der Fasnet keineswegs den Spielverderber spielen. „Habt Spaß – passt aber aufeinander auf“, lautet quasi ihr ausgegebenes Motto. So rät die Polizei:

• Getränke bei der Bedienung zu bestellen und selbst entgegenzunehmen
• nehmt von Fremden keine offenen Getränke an• offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen
• wer Übelkeit spürt, sollte sofort Hilfe beim Personal suchen

Zur Sicherheit trägt genauso bei, wenn Freunde aufeinander achtgeben. „Augen auf!“, rät die Polizei. Und im Ernstfall sollte sofort ärztliche Hilfe geholt werden. 

Tatsächlich werden Anzeigen wegen vermeintlich verabreichter K.o.-Tropfen selten erstattet, erklärt Wolfgang Jürgens vom Polizeipräsidium in Ulm. Zwar gebe es immer wieder Verdachtsfälle, doch die Schwierigkeit besteht in der Flüchtigkeit der gefährlichen Substanzen. So können die betäubenden Mittel im Körper maximal nur bis zu zwölf Stunden nachgewiesen werden. „Oft ist der Verdacht auch gepaart mit Hinweisen auf erheblichen Alkoholkonsum“, erklärt Wolfgang Jürgens. Am Ende sei es daher oft auch schwierig zu sagen, was letztlich der Grund für die Benommenheit war. 

Die Polizei hilft

Scham oder Angst sollten die Betroffenen aber nicht abhalten, die Polizei einzuschalten. Schließlich sei es nur durch eine Anzeige möglich, die Täter zu ermitteln und mögliche weitere Opfer vor Schaden zu bewahren, teilt die Polizei mit.

David Balzer/ Stefan Wölke

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