Es dauert doch länger - Marienplatzgarage soll im Oktober eröffnet werden
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13. Juni 2019
Anders als erhofft, verzögert sich wohl die Wiedereröffnung des ersten Teilabschnitts der Marienplatz-Tiefgarage Foto: Stefan Wölke

Die Sanierung der Marienplatz-Tiefgarage dauert sehr wahrscheinlich doch länger als erhofft. Statt zu „Ravensburg spielt“ wird das Parkhaus erst Anfang Oktober teileröffnet. Auch die geschätzten Kosten von 15 Millionen Euro werden wohl höher ausfallen. Beruhigende Nachrichten gibt‘s dagegen beim Brandschutz. 

Ravensburg – Der Stand der Sanierungsarbeiten an der Tiefgarage unter dem Marienplatz war sehr gut. Durch zügige Rohbauarbeiten wurden gegenüber der ursprünglichen Planung drei Wochen rausgeholt, erklärt Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der Technischen Werke Schussental (TWS). Deshalb wurde auch von einer Teileröffnung der Marienplatz-Tiefgarage zum 6. September gesprochen – pünktlich zu „Ravensburg spielt“. „Der Termin ist jetzt allerdings hochgradig gefährdet“, erklärt Thiel-Böhm. 

Der Grund ist einfach: Eine Elektrofirma ist vier Wochen im Verzug. Deshalb wird sich die Wiedereröffnung des ersten Teilabschnitts verzögern, voraussichtlich auf den 3. Oktober. „Außer es kommt noch Schwung rein“, teilt der TWS-Geschäftsführer mit. Mit der Teileröffnung werden dann in den beiden oberen Etagen wieder 184 Stellplätze zur Verfügung stehen.

Auch bei der Kostenschätzung von 15 Millionen Euro gibt es Unsicherheit. Die setzt sich aus den folgenden drei Blöcken zusammen: die Kostenkalkulation aus dem September 2016 vor der ersten Ausschreibung, die Asbestsanierung und die Schätzung für die Oberflächensanierung. Dabei gibt es zwei Fragezeichen: So stehen die tatsächlichen Kosten für die Asbestsanierung noch nicht fest, erklärt TWS-Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm. Auch die Oberflächensanierung wird erst noch ausgeschrieben, wahrscheinlich im Jahr 2022. Wie viel Euro dann anfallen werden, weiß niemand genau. „Wir bauen über einen längeren Zeitraum“, erklärt Thiel-Böhm dazu. 

Gleichzeitig wurde der Brandschutz in der Marienplatz-Tiefgarage heftig diskutiert. Stadtrat Rolf Engler hatte Bedenken geäußert, ob das Brandschutzkonzept auf brennende E-Autos ausgelegt sei. 

Alles Erdenkliche gemacht

Das Problem ist: Kommt es in der Batterie eines Elektroautos zum Kurzschluss, kokelt die vor sich hin. Gleichzeitig ist das Batteriegehäuse so verschlossen, dass kein Wasser eingebracht werden kann. Als einzige Lösung bleibt, das E-Auto aus der Garage rauszuholen und in ein Wasserbad zu legen, erklärt Thiel-Böhm. Gleichzeitig werde die Batterie während eines Ladevorgangs aber überwacht – schon dadurch ist eine höhere Sicherheit gegeben. 

„Wir haben alles Erdenkliche beim Brandschutz gemacht“, erläutert der TWS-Geschäftsführer. So wurde eine Sprinkleranlage installiert, mit der bei einer Hitzeentwicklung die Temperatur reduziert werden kann; innerhalb der Tiefgarage gibt es absperrbare Bereiche; Notausgänge führen aus den Gefahrenbereichen; bei einem Brand- oder Notfall warnen Durchsagen; außerdem wurde eine Brandgasentrauchung in die unterirdische Garage eingebaut, die Gas mit einer Temperatur von bis zu 300 Grad Celsius über einen Zeitraum von 120 Minuten abtransportiert. Letztlich ginge es am Ende darum, Menschen zu retten – nicht Autos, so Andreas Thiel-Böhm.

Stefan Wölke

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