Die Pilzkörbe blieben bisher leer
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7. September 2018
Pilzexperte Dieter Heinzler hat sein Herz den Pilzen geschenkt. Sein Tipp: „Man sollte zu 100 Prozent sicher sein, welchen Pilz man ißt. Die fehlenden zehn Prozent können tödlich sein“. FOTO: LE

Durch den trockenen Sommer wachsen in unserer Region keine Pilze

Pilze üben eine magische Anziehungskraft aus und die Sammler stehen jedes Jahr gegen Sommerende in den Startlöchern. Bisher vergebens. Das heiße und überwiegend trockene Wetter hat das Wachstum der Waldpilze stark gebremst. Der geprüfte Pilzsachverständige Dieter Heinzler beginnt trotzdem am 10. September, ab 16.30 Uhr, mit seiner kostenlosen Pilzberatung im Rathaus. Vorab gibt er ein paar Tipps.

RAVENSBURG – In Deutschlandgibt es 14 000 Pilzarten, davon sind nur 6 000 Arten deutlich als Pilze zu erkennen. Dieter Heinzler von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) kennt über 600 davon. Sein vielseitiges Wissen hat er sich über viele Jahre angeeignet, er berät jedes Jahr eifrige Pilzsammler oder Einsteiger und besitzt mehr als hundert Bücher. Regelmäßig besucht er Fortbildungen zur Pilzbestimmung.

Bei vielen Pilzsammlern ist die Enttäuschung groß. Gibt es noch Hoffnung?

Ich war letzte Woche im Wald und habe nicht einen Pilz gefunden. Sollte es in der nächsten Zeit nicht ausgiebig regnen, wird es in diesem Jahr wohl keine Speisepilze geben.

Gibt es dann auch weniger giftige Pilze?

Unter der Trockenheit leiden sowohl Speise- als auch Giftpilze. Bisher sind nur im Schwarzwald einige wenige Steinpilze und Pfifferlinge gefunden worden.

Ist die radioaktive Belastungimmer noch ein großes Thema?

Sie wird auch noch in den nächsten Jahren ein Thema bleiben – die Werte vieler Speisepilze liegen aber unterhalb der bedenklichen Werte. Interessantes hierzu gibt es unter www.dgfmev.de.

Welche essbaren Pilzsorten werden am häufigsten mit giftigen verwechselt?

Steinpilze mit Gallenröhrling (ungenießbar), Wiesen-Champignon mit Karbol-Champignon (giftig), Champignon mit Knollenblätterpilzen (giftig), Stockschwämmchen mit Gift-Häubling (giftig), Halimasch (bedingt essbar) mit Schüpplingen (ungenießbar).

Was gehört zur Grundausstattungeines guten Pilzsammlers?

➤ Ein Sammelkorb, auf keinen Fall Plastiktüten, da sie nicht atmungsaktiv sind und die Eiweiße der Speisepilze zersetzen können. Nach dem Verzehr dieser Pilze kann es zu Magen- und Darmbeschwerden kommen.

➤ Pilzmesser, evtl. mit BürstePilzmesser, evtl. mit Bürstezum Vorreinigen verschmutzerPilze.

➤ Behältnis zum Separieren unbekannterPilze.

➤ Verschiedene Pilzbestimmungsbücher.

Welche bebilderte Lektüre empfehlen Sie Einstiegssammlern?

➤ Für Anfänger: „Handbuchfür Pilzsammler“ von Andreas Gminder.

➤ Für Anfänger und Fortgeschrittene: „Grundkurs Pilzbestimmung“von Rita Lüder.

Was ist zu tun, wenn sich nach dem Pilzgenuss plötzlich Übelkeit oder Unwohlsein einstellt?

➤ Arzt oder Giftzentrale kontaktieren – ins nächste Krankenhausfahren lassen.

➤ Reste der Mahlzeit und sogar Erbrochenes auf alle Fälle sicherstellen und zur Untersuchung aufbewahren.

➤ Nie Hausmittel wie Milch und Salzwasser trinken oder mit Kohletabletten den Durchfall lindern.

 

INFO:

Giftnotruf für Baden Württemberg: Tel.: 07 61 / 1 92 40 (rund um die Uhr erreichbar)

➤ Pilzberatung im Rathaus Ravensburg: Vom 10. September bis 29. Oktober, immer montags von 16.30 bis 17.30 Uhr

 

 

 

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