Die Mini-Vampire sind los
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3. Mai 2018
So klein und doch so gefährlich: Wer eine Zecke an sich entdeckt, sollte diese rasch entfernen. FOTO: PIXABAY

Baden-Württemberg Risikogebiet für Zeckenstiche

Endlich ist es soweit! Die Frühjahrssonne lockt und es zieht uns raus in Wiesen und Wälder. Doch eines vergessen wir dabei immer wieder – eine übersehbare, jedoch unheimlich tückische Gefahr: die Zecke. Ein richtiger Schutz ist deshalb das A und O, wenn wir uns in der Natur aufhalten. Gerade, da unsere Region als Hauptrisikogebiet für Zeckenstiche gilt.

REGION – Weltweit gibt es ungefähr 650 Arten von Zecken. In Deutschland ist es vor allem der Ricinus ixodes, auch Holzbock genannt, der sein Unwesen treibt. Er lauert im Grünen auf Wirte und ist besonders gefürchtet, da er Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen kann.

Zeckenstiche sind grundsätzlich nicht gefährlich. Und nicht jede Zecke ist automatisch mit einem der Krankheitserreger infiziert. Ist sie es aber doch, so kann schon ein Stich genügen, um FSME oder Borreliose auf den Menschen zu übertragen. Und das kann schwerwiegende Konsequenzen haben.

Nach Angaben des Robert- Koch-Instituts (RKI) ist FSME eine Viruserkrankung des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zunächst zu grippeähnlichen Symptomen wie zum Beispiel Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. „Bei einer Mehrzahl der Betroffenen heilt die FSME ohne Folgen aus, ist aber das zentrale Nervensystem oder das Rückenmark betroffen, kann es zu bleibenden Schäden kommen“, warnt AOK-Geschäftsführer Robert Beierl.

Dahingegen ist die Borreliose eine bakterielle Erkrankung. Die Infektion kann Gelenkentzündungen, Arthritis oder Herzrythmusstörungen verursachen. Nur wenn sie rechtzeitig erkannt wird, kann sie meist mit Antibiotika therapiert werden. Eine Rötung um die Stichstelle sowie grippeähnlichen Symptome sollte man deshalb vom Hausarzt abklären lassen.

Wo ist die Gefahr am größten?

Die Region Bodensee-Oberschwaben mit den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und dem Bodenseekreis, gehört laut RKI zu den FSMERisikogebieten. 2017 gab es 24 FSME-Fälle und im Jahr zuvor sogar 824 Menschen, die wegen Borreliose in ärztlicher Behandlung waren. Eine hohe Infektionsgefahr besteht dabei besonders zwischen Frühling und Herbst, da die kleinen Blutsauger bereits bei Temperaturen ab etwa sieben Grad Celsius aktiv werden.

Um Ausfl üge ins Freie unbeschwert genießen zu können und die Gefahr eines Zeckenstichs zu verringern oder bestenfalls ganz zu verhindern, gibt die AOK Bodensee-Oberschwaben folgende Tipps: Meiden Sie dichtes Unterholz und Wiesen, tragen Sie geschlossene Kleidung und Schuhe, stecken Sie Hosen in Schuhe oder Socken und suchen Sie nach Outdoor- Aktivitäten den ganzen Körper gründlich ab.

Der richtige Schutz zählt

Da man gegen das FSME-Virus nicht ursächlich vorgehen kann, sei auch eine Impfung in den Risikogebieten sinnvoll, sagt Roland Beierl. Die Kosten dieser Impfung werden für Menschen, die in den Risikogebieten leben, von der Gesundheitskasse übernommen.

Zeckenstich – und nun?

„Entdeckt man bei sich oder seinem Haustier eine Zecke, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden“, rät Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. Je kürzer die Zecke saugt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheiten übertragen werden. Sicher und schnell entfernt man die Zecke mit einer Zeckenpinzette. Wichtig ist, dabei darauf zu achten, die Zecke nicht zu drehen. Anschließend sollte die Wunde sorgfältig desinfi ziert werden. „Außerdem rate ich dringend, die entfernte Zecke aufzubewahren!“, führt sie weiter aus. „Denn hat man die Zecke als Untersuchungsmaterial vorliegen, so ist das Gold wert.“

E.Heine

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