Die digitale Stadt
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21. Februar 2019
OB Daniel Rapp (li.) und Digitalisierungsbürgermeister Dirk Bastin wollen die neuen Technologien zum Vorteil der Bürger nutzen Foto: Stefan Wölke

Ravensburg blickt in die Zukunft – und die wird digital. Dafür hat die Verwaltung eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet. Dabei gibt es viele Ideen, die jetzt auf ihre konkrete Umsetzung warten. 

Ravensburg – „Die Digitalisierung ist nichts Gutes oder Schlechtes. Es kommt darauf an, was wir daraus machen“, meint OB Daniel Rapp. Und damit sie zu etwas Gutem für die Bürger wird, hat die Stadt ihre Digitalisierungsstrategie anwendungsorientiert gedacht. Denn: „Sie ist gut, wenn sie für den Bürger gut ist“, so Rapp weiter. Dazu sind Digitalisierungsbürgermeister Dirk Bastin und der Erste Bürgermeister Simon Blümcke extra nach Tallinn in Estland gereist. Das kleine Land im Baltikum ist weltweit Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Dort holten sie sich Ideen, die nun auch in Ravensburg umgesetzt werden könnten.

Der Steuer-ID gleich soll es in Ravensburg eine Bürger-ID geben, über die dezentrale Daten, die bei unterschiedlichen Behörden liegen, vernetzt werden. So entsteht eine Kommunikation zwischen den Datenregistern der Verwaltung, erklärt Dirk Bastin. Jedoch werde der Bürger immer erst gefragt, ob seine Daten weitergegeben werden dürfen, ergänzt OB Daniel Rapp. „Wir werden wieder Herr unserer Daten“, meint er. Schließlich würden Datensätze im Internet oft ohne Wissen des Nutzers weitergegeben. Mit der Bürger-ID sollen Prozesse vereinfacht werden – zum Nutzen der Bürger.

Wer eine Bürger-ID besitzt, soll zum Beispiel auf eine Verkehrsplattform zugreifen können, über die Carsharing-Angebote buchbar sind oder ein E-Bike-Verleihsystem abrufbar ist. Konkret sind die Pläne für ein Virtuelles Bauamt: Ab dem 1. Januar 2023 können Bauanträge nur noch digital gestellt werden. Insgesamt erstreckt sich die Digitalisierungsstrategie über sieben Handlungsfelder, zu denen auch die Bildung, der Bereich Kultur und Tourismus, Industrie, Handel, Dienstleistung, Handwerk sowie das Handlungsfeld Gesundheit und Pflege gehören. Besonders engagiert ist die Verwaltung im Bereich Infrastruktur. So stellt sich die Stadt proaktiv als 5G Modellkommune zur Verfügung. In ihr sollen die Industrie 4.0, das autonome Fahren, die Telemedizin sowie die Erweiterte wie auch die Virtuelle Realität (AR und VR) vorangetrieben werden.

Bereits im Dezember 2017 hatte der Gemeinderat die Entwicklung einer kommunalen Digitalisierungsstrategie beschlossen. In diesem Zuge hatte sich die Stadt am Förderwettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“ beteiligt. Um nun eine Anschlussförderung in Höhe von 100 000 Euro zu bekommen, muss bis zum 4. März 2019 eine Digitalisierungsstrategie eingereicht werden. Der Digitalisierungsprozess wird kosten: Für die Jahre 2019, 2020 und 2021 plant die Stadt mit 1,3 Millionen Euro. Zusätzlich wird mit einem Stellenbedarf von 4,3 gerechnet, was jährlich weitere Personalkosten in Höhe von 280 000 Euro verursacht.

Stefan Wölke

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