Der Platz wird knapp - Bau von durchmischtem Wohnraum beabsichtigt

Der Platz wird knapp - Bau von durchmischtem Wohnraum beabsichtigt
Bürgermeister Simon Blümcke (li.) und Amtsleiter Stefan Goller-Martin erläuterten die Situation geflüchteter Menschen in Ravensburg Foto: SWÖ
19. April 2018

Die Stadt steht vor einer Herausforderung: Spätestens ab dem Jahr 2019 fehlen ihr 200 Plätze für die Anschlussunterbringung (AUB) von Flüchtlingen. Eine Lösung soll der Bau von neuem Wohnraum sein, der dann genauso anderen Gesellschaftsschichten zur Verfügung stehen wird.

RAVENSBURG – Das Amt für Soziales und Familie errechnet in den Jahren 2018 und 2019 einen Bedarf in der AUB von 385 Plätzen. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass in den bestehenden Unterkünften 183 Plätze zur Verfügung stehen – ergibt also ein Minussaldo von rund 200.

Folglich müssten „zusätzlich weitere Plätze geschaffen werden. Die Anstrengungen bei der Wohnungsaquise dürfen deshalb nicht nachlassen, sie müssen vielmehr noch weiter intensiviert werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage, die dem Gemeinderat vorgelegt werden soll. Das Thema wird den Gemeinderat in den nächsten Sitzungen beschäftigen.

Es könnten zwar Kapazitäten hinzukommen, wie zum Beispiel durch einen Neubau in Lachen oder einer Umstrukturierung der Unterkunft beim Oberzeller Tennisheim. Doch: „Ohne zu bauen, werden wir die Probleme nicht lösen“, meint der Erste Bürgermeister Simon Blümcke.

Das Ganze soll einem Prinzip folgen: „Wir möchten solide, durchmischt und in Qualität bauen“, erklärt Blümcke. Es soll neuer, bezahlbarer Wohnraum entstehen – und zwar für alle. Die Botschaft ist klar: „Wir sorgen auch dafür, dass neuer Wohnraum entsteht.“ Der ist aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes im Schussental auch mehr als notwendig

Geflüchtete finden nur schwer Wohnungen

Gerade in Bezug auf die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt spricht der Bürgermeister von einer fehlenden „Schwammfunktion“. Sind für sie dort doch nur sehr schwer Wohnungen zu finden. „Wir brauchen Wohnungen, keine Heime.“ Das baurechtliche Privileg für den Bau von Flüchtlingsunterkünften wird deshalb aufgegeben. Die Flüchtlinge sollen in ein Regelund nicht in ein Sondersystem integriert werden.

Insgesamt ordnet der Bürgermeister die Gesamtlage neu ein: „Die Zugangssituation bei den Flüchtlingen hat sich dramatisch entspannt. Die Zahlen liegen im Schnitt unter denen in den 2000er-Jahren.“ Deshalb heißt es: Ruhe bewahren.

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