Brand in St. Jodok-Kirche

Brand in St. Jodok-Kirche
Fassungslos schauten zahlreiche Ravensburger auf den Brand in der rund 700 Jahre alten Kirche Foto: Sabrina Detemple
15. März 2018

Durch den schnellen Einsatz mehrerer Feuerwehren und vieler Hilfskräfte konnte beim Brand in der St. Jodok-Kirche noch Schlimmeres verhindert werden: Viele Kunstschätze wurden rechtzeitig geborgen, trotzdem entstand ein Millionensachschaden. Bei der Brandursache tappen die Ermittler noch im Dunkeln. Ob das Feuer mit einem Vorfall in der katholischen Kirche in Schlier zusammenhängt, wird geprüft.

Ravensburg – Am Samstagmittag stand Rauch über den Dächern der Altstadt. Bewohner der Unterstadt waren über Lautsprecher und Radio aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Der Grund: In der denkmalgeschützten St. Jodok-Kirche in der Eisenbahnstraße in der Unterstadt war gegen 12.15 Uhr ein Brand entdeckt worden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Feuer bereits auf einen Zwischenboden aus Holz und auf das Dach der Kirche übergegriffen, wie das Polizeipräsidium Konstanz mitteilte.

Mit einem Großaufgebot von zeitweise rund 200 Personen waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Der Brand wurde von den Feuerwehren aus Ravensburg, Weingarten und Bad Waldsee rasch unter Kontrolle gebracht. Damit konnte ein Ausbreiten des Feuers verhindert werden. Zudem konnte auch der Großteil der Kunstgegenstände wie Bilder und Heiligenfiguren in Sicherheit gebracht werden, so die Polizei.

Der Brand war vermutlich im Bereich des linken Seitenschiffs ausgebrochen, wo eine Sitzecke mit Sofa stand. Dies wurde mittlerweile auch von einem Zeugen bestätigt. Er war nach eigener Aussage in die Kirche gegangen, um nachzuschauen, ob sich dort noch Personen befinden, so die Information des Polizeipräsidiums Konstanz.

Raum für Spekulation

Am gleichen Tag, nur wenige Stunden davor, zwischen 9.45 und 11 Uhr, hatte ein Unbekannter in der katholischen Kirche St. Martin in Schlier ein Plakat an einer Stellwand angezündet. Ob zwischen den beiden Bränden ein Zusammenhang besteht, wird von der Polizei geprüft. (Stand bei Red.-schluss). Mögliche Zeugen sollen sich unter 0751/803 3333 melden.

Ermittlungen laufen

Eine zehnköpfige Ermittlergruppe soll die Brandursache nun klären. Hinzugezogen wurde zudem ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamtes, teilt die Polizei mit.

Nach ersten groben Schätzungen geht der Sachschaden in die Millionen. Die Sanierung dürfte rund ein Jahr dauern. Die Gottesdienste werden während dieser Zeit vor allem in die Liebfrauenkirche verlegt.

Benefizkonzert

Am Sonntag, 17. März, findet zugunsten der Kirche St. Jodok ein Konzert des Jugendchors der Kirchengemeinde St. Bonifatius aus Metzingen statt. Es beginnt um 18 Uhr in der Liebfrauenkirche.

swö

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