B 30-Baustelle: Das Stauende ist in Sicht

B 30-Baustelle: Das Stauende ist in Sicht
Der Präsident des Regierungspräsidiums Tübingen Klaus Tappeser (Vierter v.l.), zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten August Schuler (Dritter v. l.) und OB Daniel Rapp (Mitte), beim Besuch der Baustelle auf der B30 Ortsumgehung Ravensburg Foto: Oliver Hofmann
9. Mai 2019

Regierungspräsident Klaus Tappeser hat die Baustelle der Ortsumfahrung B 30 besucht, um sich selbst ein Bild vom Baufortschritt zu machen.

Ravensburg – „Ich werbe um Verständnis, da es bei so einem Bauvorhaben immer Ärger gibt. Früher hieß es wir tun nichts, jetzt stören sich viele am Baulärm“, so Tappeser. Dabei machte er auch nochmal auf die Problematik bei der Straßenplanung aufmerksam: „Es ist zwar momentan Geld da, aber nicht genügend Planungskapazitäten.“ 

Immerhin gab es in diesem Zusammenhang klare Ansagen zum Molldiete-Tunnel, bei dem die Planungen innerhalb der nächsten zwölf Monate im Regierungspräsidium beginnen werden. Auch zur weiter nördlich gelegenen Umfahrung von Gaisbeuren und Enzisreute stellte er einen Planungsbeginn im Jahr 2022 in Aussicht. „Rascher geht es nicht und ein Privater bekommt es auch nicht schneller hin“, so sein Standpunkt. 

Für die Stadt Ravensburg hatte Tappeser ein großes Lob parat. „Hier greifen die freiwilligen Maßnahmen zur Luftreinhaltung, es müssen somit keine Fahrverbote ausgesprochen werden.“ 

Mit dem Baufortschritt der Umfahrung zeigte er sich sehr zufrieden und rechnet mit einer Verkehrsfreigabe bis zum Jahresende. OB Daniel Rapp wies auf die Bedeutung dieser neuen Verkehrsführung für Ravensburg hin und unterstrich dabei gleichzeitig nochmals die Dringlichkeit für den Bau des Molldiete-Tunnels, da insbesondere der Lkw-Verkehr für Ravensburg eine starke Belastung darstellt. „Nur 20 Prozent der LKW fahren nach Ravensburg, 80 Prozent fahren nur durch“, so Rapp. 

Angesichts von täglich 40 000 Einpendlern nach Ravensburg betonte Rapp auch die Bedeutung der Verkehrspolitik. Nach der Elektrifizierung der Allgäu- und Südbahn ist der „Oberschwaben-Highway“, also die B 30, die wichtigste Verkehrsader für Ravensburg. 

Kritik am Bau zu vieler Straßen ließ Rapp dabei nicht gelten: „Egal welcher Antrieb, Brennstoffzelle, E-Auto und auch der ÖPNV, dafür brauchen wir gute Straßen.“ 

Projektleiter Joachim Rosinski gab dann einen kurzen Abriss über die einzelnen Bauabschnitte und die Kosten. Nach derzeitigem Stand betragen die Gesamtkosten 80 Millionen Euro, davon sind aktuell schon 65 Millionen ausgegeben. Bei genehmigten 74 Millionen ist das eine moderate Kostensteigerung von sieben Prozent. 

Zu den vielfach kritisierten Staus, die sich tagtäglich vor allem von Richtung Meersburg kommend auf der B 33 bilden,  nahm Tappeser selbst, wie auch sein Projektleiter Rosinski, ausführlich Stellung: „Verursacher war in erster Linie die neue Ampel zur Auffahrt auf die B 33. Als Sofortmaßnahme wurde hier schon die Ampelschaltung verändert und es zeigt sich dadurch schon eine sichtbare Entspannung der Verkehrssituation“, erklärt der Projektleiter.

Ein weiteres Problem sind jetzt noch die Fahrzeuge aus Richtung Friedrichshafen kommend, diese müssen an der Ampel links in Richtung Ulm abbiegen. Mit dem Anschluss der bestehenden Fahrbahnen an die neue B 30 in etwa vier Wochen, also Anfang Juni, werden diese Fahrzeuge an der neuen Ampel auf die B30 in Richtung Norden abbiegen, die vordere Ampel kann abgeschaltet werden und dadurch wird es zu einer wesentlichen Verbesserung kommen.

Oliver Hofmann

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