Adieu meine „Veitsburg“

Adieu meine „Veitsburg“
Das war‘s: Michael Kruwinnus verlässt Ende 2018 die Veitsburg. Foto: cf
14. Juni 2018

Nach seiner neunten Saison auf der Veitsburg ist für Michael Kruwinnus Schluss: Der Gastronom wirft zum 31. Dezember das Handtuch. Warum, darüber hat er exklusiv mit demWOCHENBLATT gesprochen.

Ravensburg – „Das hier ist einfach wirtschaftlich nicht mehr tragbar“, erklärt ein aufgeräumter Michael Kruwinnus. Schon im Winter hat er sich entschlossen, seinen Pachtvertrag mit der Stadt Ravensburg zum Jahresende zu kündigen. Eigentlich würde der noch bis Ende 2020 laufen. „Zum Glück habe ich eine Ausstiegsklausel im Vertrag“, so Kruwinnus. Die erlaubt ihm die vorzeitige Kündigung, sobald der Umsatz im Verhältnis zur Pacht zu ungünstig ausfällt.

„Gekündigt habe ich auf Basis der Zahlen von 2017. Aber auch das Jahr davor war nicht besser“, begründet er seine Entscheidung. Und das, obwohl die Veitsburg sehr gerne für Hochzeiten und andere Familienfeiern genutzt wird und sich eigentlich alle einig sind, dass man hier richtig gut essen kann.

Durststrecke im Winter

Woran liegt’s also? „Von Januar bis März schreibe ich dicke Verluste. Denn obwohl nichts los ist, muss ich das Restaurant an fünf Tagen offen halten. Das rentiert sich einfach nicht“, klagt der Gastronom.

Wie könnte ein Konzept aussehen, das funktioniert, Herr Kruwinnus? „Wenn die Stadt einen Saisonbetrieb erlauben würde, dann könnte man das Restaurant hier wirtschaftlich betreiben.“

Gemeinderat gegen Schließung im Winter

Aber eine Schließung im Winter will der Gemeinderat nicht bewilligen, die Veitsburg soll als Ausflugsziel das ganze Jahr über offen sein. Dumm nur, dass bei Schnee und Eis keine Gästescharen auf die Veitsburg pilgern. Michael Kruwinnus hat nun die Konsequenzen gezogen. Die schlechten Zahlen, der ständige Ärger mit der benachbarten Jugendherberge, deren Betreiber gerne wegen falsch parkender Autos oder Ruhestörung die Polizei rufen, das alles reicht dem Familienvater.

Wer wird neuer Pächter?

Auf Nachfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass sie die Pacht neu ausschreiben wird. Man munkelt, dass Michael Hotz, ehemaliger Eiszeit-Geschäftsführer, ab Frühjahr 2019 sein Glück am Veitsburghang versuchen will. 2015 hatte er sich vergeblich um die Pacht bemüht. cf

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