Weniger Straftaten
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5. April 2018
Deutlich zurückgegangen ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Erfreuliche Entwicklung im Dienstbereich der Lindauer Polizei: Die Zahl der Gewaltdelikte, Diebstähle, Rauschgiftdelikte und anderer Straftaten war im Vorjahr rückläufig. Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Wohnungseinbrüchen.

Lindau – Exakt 2 700 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im unteren Landkreis Lindau begangen, um 80 weniger als zuletzt. Würde man die sogenannten ausländerrechtlichen Straftaten wie unerlaubte Einreise, illegaler Aufenthalt oder auch Einschleusung von Ausländern dazuzählen, wären es fast doppelt so viel. Zwar wurde in dieser Sparte 2017 nochmals eine Zunahme um 91 auf insgesamt 2504 Straftaten registriert, wie aus der am Mittwoch vorgelegten Kriminalstatistik der Polizeiinspektion (PI) Lindau hervorgeht – allerdings war der Anstieg im Jahr davor im Zuge der Flüchtlingswelle deutlich höher.

Doch zurück zu den Kerndaten, sprich bereinigten Daten. Der größte Teil der insgesamt 2700 Straftaten, die im vorigen Jahr auf dem Gebiet der Stadt Lindau und der Gemeinden Bodolz, Wasserburg, Nonnenhorn, Weißensberg und Sigmarszell (ohne Ortsteil Niederstaufen) begangen wurden, waren Diebstähle. Deren Zahl ist um knapp sieben Prozent auf 670 Fälle gesunken. Starke Rückgänge gab es bei gestohlenen Kraftfahrzeugen (minus 28,4 Prozent) und Fahrrädern (25,6 Prozent).

Deutlich zurückgegangen ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche, nämlich um fast ein Drittel auf nur noch 12 Fälle. „Durch eine höhere Polizeipräsenz und verstärkte Kontrollmaßnahmen ist das Entdeckungsrisiko für Einbrecher größer geworden“, meint die Leiterin der Polizeiinspektion Lindau, Sabine Göttler.

Ein weiterer Grund für die geringere Zahl an Einbrüchen sei darin begründet, „dass die Bürger aufmerksamer sind und verdächtige Wahrnehmungen der Polizei mitteilen“. Göttler: „Das unterstützt unsere Arbeit ganz wesentlich.“

Leicht rückläufig war im vergangenen Jahr auch die Gewaltkriminalität – dazu zählen beispielsweise Delikte wie gefährliche oder auch schwere Körperverletzung. Hier ist die Fallzahl von 85 auf 81 gesunken. Aus statistischen Gründen im Jahr 2017 noch nicht erfasst sind die beiden Mordfälle in Lindau und in Weißensberg: In einem Fall wurde ein Rentner in einem Bahnwärterhaus im Eichwald umgebracht und anschließend das Haus angezündet. Im anderen Fall wurde eine junge Frau von einem Serben getötet, der nun wegen Vergewaltigung und Mordes angeklagt ist. Beide Prozesse werden demnächst vor dem Landgericht Kempten verhandelt.

Erfreulich sei auch, so Polizeichefin Göttler, dass die Zahl der Rauschgiftdelikte nach einem starken Anstieg in den Vorjahren 2017 wieder zurückgegangen ist, und zwar um fast acht Prozent auf 348 Fälle. Während es im Zusammenhang mit Cannabis und Ecstasy weniger Aufgriffe gab, hat der Drogenmissbrauch mit Kokain, Crack und Heroin zugenommen. 133-mal wurden Dealer beim Handel mit Rauschgift geschnappt – genau gleich viel wie im Jahr 2016. Weiter verbessert hat sich auch die Aufklärungsquote, die zuletzt noch mal um knapp zwei Prozentpunkte gesteigert werden konnte. Somit wurden fast 72 Prozent der Straftaten aufgeklärt. Mit über 97 Prozent am höchsten ist die Aufklärungsquote bei Rauschgiftdelikten, gefolgt von Gewaltkriminalität mit fast 83 Prozent. Verhältnismäßig wenig Täter werden im Bereich Straßenkriminalität gefasst – hier liegt die Quote mit rund 22 Prozent sehr niedrig.

Göttler weist abschließend darauf hin, dass die Bürger hierzulande in einer sehr sicheren Region leben, was auch mit der zusätzlichen Präsenz von Bundespolizei und PI Fahndung erklärt werden kann. Ein interessanter Aspekt noch zum Schluss: Über 80 Prozent der Täter wohnen weder im Bereich des Tatortes noch im Landkreis, stammen also von außerhalb.

Ulrich Stock

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