Verdacht auf Untreue - Staatsanwaltschaft prüft Anzeige eines Aufsichtsrats

Verdacht auf Untreue - Staatsanwaltschaft prüft Anzeige eines Aufsichtsrats
Der Ex-Chef der Lindauer Stadtwerke, Thomas Gläßer, gerät weiter unter Druck. Eine Anzeige wegen Untreue ist auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft. FOTO: STOCK
28. November 2019

Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht dem ehemaligen Chef der Stadtwerke Lindau, Thomas Gläßer, ein Ermittlungsverfahren. Ob dieser wegen seiner fristlosen Kündigung Klage gegen die Stadt einreichen wird oder ob es doch noch zu einer Einigung kommt, ist offen. Die plötzliche Trennung von Gläßers Vorgänger, Klaus Steiner, hat die Stadt bereits einen „niederen bis mittleren sechsstelligen Betrag“ gekostet.

LINDAU – Wie im WOCHENBLATT exklusiv berichtet, wurde gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau, Thomas Gläßer, wegen des Verdachts der Untreue Anzeige erstattet. Konnte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten, Oberstaatsanwältin Susanne Fritzsche, in der vergangenen Woche den Eingang der Anzeige noch nicht bestätigen, teilte nun am Dienstag ihr Kollege, Staatsanwalt Ferdinand Siebert, auf neuerliche Anfrage mit, dass sich die Anzeige „derzeit auf dem Postweg an die Staatsanwaltschaft befi ndet“.

Unschuldsvermutung Nach deren Eingang werde „geprüft, ob zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für strafbares Verhalten gegeben sind“, so der Staatsanwalt. Sollte dies der Fall sein, „wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“. Bis zu einem endgültigen Urteil gelte jedoch die Unschuldsvermutung. Laut Siebert wurde „bei der Polizeiinspektion Lindau Anzeige erstattet“.

Wollte der Anzeigenerstatter, der Lindauer Stadtrat Matthias Kaiser, vorige Woche seinen Namen noch nicht in der Wochenzeitung sehen, hat er dies am Dienstag im Gespräch mit dem WOCHENBLATT revidiert und seine Gründe erläutert. Nicht nur als Aufsichtsrat der Stadtwerke, sondern vor allem als Polizeibeamter habe er sich in der Pfl icht gesehen, die angeblichen Verfehlungen Gläßers zur Anzeige zu bringen.

Ob es wegen der fristlosen Kündigung Gläßers zu einer Klage gegen dessen früheren Arbeitgeber oder zu einer einvernehmlichen Einigung kommen wird, ist noch offen. Ebenso ist noch nicht klar, ob die Anzeige in ein Strafverfahren münden wird. Dass bei einer möglichen Abfindung im Rahmen einer einvernehmlicher Vertragsaufl ösung auch nur annähernd die Summe bezahlt werden muss, die sein Vorgänger Klaus Steiner erhalten hat, gilt als unwahrscheinlich. Dieser soll bei seinem Abgang Insidern zufolge einen „niederen bis mittleren sechsstelligen Betrag“ erhalten haben.

Ulrich Stock

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