Unsere Bienen sagen „Danke!“

Unsere Bienen sagen „Danke!“
Links: Xaver Fichtl: „Die Politik muss endlich handeln.“ Rechts: Claudia Grießer: „Bürger haben die Trendwende eingeleitet.“ Fotos: PRIVAT
21. Februar 2019

Mehr als 18 Prozent der Stimmberechtigten in Bayern haben das Volksbegehren „Artenvielfalt: Rettet die Bienen!“ unterschrieben. Zum Erfolg hat auch der Landkreis Lindau beigetragen, wo über 16 Prozent der Bürger den Weg ins Rathaus auf sich nahmen. 

Lindau – Bereits einen Tag vor Ablauf der zweiwöchigen Eintragungsfrist hatten die Initiatoren – an der Spitze die ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) – vorzeitig das Erreichen der Zehn-Prozent-Hürde vermeldet, womit das Volksbegehren erfolgreich war. Das vorläufige Endergebnis übertrifft diese Marke noch einmal deutlich: Bayernweit haben sich rund 1,745 Millionen Bürger eingetragen, umgerechnet 18,4 Prozent der Stimmberechtigten.

Im Landkreis Lindau haben 9553 der insgesamt 59 262 stimmberechtigten Personen am Volksbegehren teilgenommen. Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte, entspricht dies einer Beteiligung von 16,1 Prozent der Eintragungsberechtigten. Die höchste Beteiligung wurde in der Bergstadt Lindenberg erzielt – und zwar mit satten 20,4 Prozent. Die nachfolgenden Plätze werden von Weiler-Simmerberg, Scheidegg und Hergatz belegt. Die Kreisstadt Lindau schnitt mit rund 14 Prozent der Stimmberechtigten unterdurchschnittlich ab (siehe auch Infokasten auf Seite 3). Xaver Fichtl, Kreisvorsitzender der ÖDP Lindau, spricht von einem „fantastischen Ergebnis“.

Gegenüber dem WOCHENBLATT erklärte Fichtl: „Die größte jemals erreichte Zustimmung für ein bayerisches Volksbegehren bedeutet ein starkes Mandat für den Runden Tisch der Staatsregierung: Das wirkt bis Berlin und wird hoffentlich die Lobby der Agrarindustrie ausbremsen.“ Das Volksbegehren habe viele Menschen für die Bedeutung der Insektenfauna, für die ökologische Landwirtschaft und daraus resultierend für gesunde Ernährung „sensibilisiert“, so Fichtl. Dies gelte es jetzt zu sichern und fortzusetzen im Gesetz, in Aktionen, in den Gemeinden und in der Politik.

Lösungen müssen gefunden werden

Letztere müsse zum Beispiel im Bereich der privaten und öffentlichen Flächen Themen wie „zu frühes Mähen, Pestizide, Steingärten etc.“ entsprechend angehen und zu Lösungen beitragen, betonte der ÖDP-Politiker. Dasselbe betreffe aber auch den Bereich Konsum, wo die Themen regionales Einkaufen, biologische Nahrungsmittel, Gesundheit und die Stärkung der regionalen ökologischen Landwirtschaft, wie es beispielsweise die AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) und Bioland Bayern schon lange vertreten, noch mehr in den Fokus gerückt werden sollten, meint Fichtl. Die Kreisgruppe Lindau des Bund Naturschutz (BN) freut sich ebenfalls über das „überaus deutliche Signal der bayerischen Bürger an die Politik“, erklärte BN-Geschäftsstellenleiterin Claudia Grießer in einer ersten Stellungnahme. „Nachdem wir schon seit Jahren auf den rapiden Verlust an Arten hinweisen und konsequente Schutzmaßnahmen gegen das Insektensterben fordern, sind wir dankbar, dass die Bürger nun zusammen mit dem Aktionsbündnis Volksbegehren eine Trendwende in Bayern eingeleitet haben.“ 

Auf regionale Bio-produkte setzen

Alle seien jetzt gefordert, den noch vorhandenen „Lebensraum für wildlebende Pflanzen und Tiere zu schützen und verlorenen durch geeignete Maßnahmen wiederherzustellen – Städte und Gemeinden genauso wie die Land- und Forstwirtschaft“, so die Naturschützerin weiter. Die Bürger wiederum sollten auch ihren Beitrag dazu leisten, „nicht nur im eigenen Garten, sondern auch dadurch, dass sie die Landwirte durch den Kauf regionaler Bioprodukte zu einem fairen Preis bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen unterstützen“. 

Weitere Informationen zum Volksbegehren „Artenvielfalt: Rettet die Bienen!“ finden Sie unter www.volksbegehren-artenvielfalt.de

Ergebnisse - Gemeinden

Bodolz 15,49 %
Gestratz 11,56 %
Grünenbach 13,45 %
Heimenkirch 17,33 %
Hergatz 19,09 %
Hergensweiler 13,40 %
Lindau 14,02 %
Lindenberg 20,44 %
Maierhöfen 12,10 %
Nonnenhorn 14,91 %
Oberreute 14,62 %
Opfenbach 13,68 %
Röthenbach 17,35 %
Scheidegg 19,20 %
Sigmarszell 14,65 %
Stiefenhofen 15,70 %
Wasserburg 14,58 %
Weiler-Simmerberg 19,35 %
Weißensberg 15,97 %
Landkreis gesamt 16,12 %     
(Quelle: Landratsamt Lindau)

Ulrich Stock

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