Million ist geknackt
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7. März 2019
Der Lindauer Hafen mit Löwe und Leuchtturm lockt Touristen aus aller Welt in die Inselstadt Foto: Uli Stock

Nach vorläufigen Zahlen buchten im vergangenen Jahr knapp 319 000 Gäste rund 1,016 Millionen Übernachtungen. Der Trend nach oben könnte in den nächsten Jahren weiter anhalten, wobei zusätzliche Angebote im Winterhalbjahr die Spitzenzeiten im Sommer entlasten sollen, so der Lindauer Tourismuschef Carsten Holz.  

Region – Jahr für Jahr besuchen Touristen aus aller Welt die Inselstadt Lindau, die nicht zuletzt wegen ihrer Wahrzeichen Löwe und Leuchtturm im In- und Ausland bekannt ist. 2018 waren es allerdings so viele wie noch nie. Nahezu 319 000 Besucher haben die Statistiker gezählt – das ist ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast genauso stark fiel der Zuwachs bei den Nächtigungen aus, deren Zahl um 7,7 Prozent auf über eine Million angestiegen ist. Damit hat Lindau sowohl bei den Gästezahlen als auch bei den Übernachtungen einen absoluten Rekord erzielt. 

Über diesen Erfolg freut sich vor allem der Geschäftsführer der Lindau Tourismus und Kongress GmbH (LTK), Carsten Holz. Er führt die überdurchschnittlichen Zuwächse hauptsächlich auf die „wahnsinnig lange sommerliche Wetterphase“ im vorigen Jahr zurück. So wundert es nicht, dass vor allem im Campingbereich der Nächtigungszuwachs mit über zehn Prozent besonders hoch ausfiel.

Mit Abstand den größten Anteil der Gäste machen die Deutschen aus – so kommen drei von vier Besuchern aus den 16 Bundesländern. Bei rund 82 000 internationalen Gästen nehmen die Eidgenossen den Spitzenplatz ein, gefolgt von den Niederlanden und Österreich. Die stärkste außereuropäische Gästegruppe kommt aus den USA. Generell hält der Trend zu kurzfristigen Buchungen an, wobei die Aufenthalte im Schnitt mit jeweils knapp drei Übernachtungen einhergehen.

„Noch viel Spielraum“

Vor dem Hintergrund solcher Rekordzuwächse stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Lindau derlei Touristenströme künftig noch verkraften kann. Tourismuschef Holz sieht diesbezüglich, wie er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT sagt, „noch viel Spielraum und die Kapazitätsgrenzen noch nicht erreicht“. Selbst in den Spitzenmonaten Juli und August, wo sich der Besucheransturm vor allem auf den Seehafen, den „touristischen Hotspot“ Lindaus, konzentriert, sehe es in den kleinen Seitengassen der Insel schon wieder ganz anders aus. Holz: „Noch viel Luft nach oben gibt es beispielsweise durch Angebote wie dem Bodensee-Radwanderweg, ebenso bei Ausflügen ins Hinterland.“

Wesentliches Ziel der Lindauer Touristiker bleibt jedoch, die Vor- und Nachsaison mit Angeboten wie „Frühlingswochen am Bodensee“ oder dem „Genussherbst“ zu bewerben. Neben Jahrmarkt und Hafenweihnacht sei hier auch der wetterunabhängige Geschäfts- und Tagungstourismus ein „wichtiger Baustein“, meint der Lindauer Tourismuschef. Über all dem stehe aber das „Ziel, einen nachhaltigen Tourismus zu etablieren, der das sozio-kulturelle Gefüge der Stadt erhält und fördert“. Denn Lindau müsse für seine Bürger „lebens- und liebenswert“ bleiben, betont Holz. Hierbei sieht er für die kommenden Jahre Verbesserungen, beispielsweise bei der Infrastruktur. So werde der neue Bahnknoten zu einer gewissen Entflechtung beitragen. Damit könnten, so der Tourismuschef weiter, „mehr Gäste auf die Schiene gebracht werden, was wiederum zur Reduzierung des Individualverkehrs und damit auch zu einer Entlastung für die Lindauer führen sollte“.

Uli Stock

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