Kein neues Parkhaus

Kein neues Parkhaus
Dies dürfte viele Lindauerinnen und Lindauer abgeschreckt haben: Zwei große Baukörper direkt vor der Insel – rechts ein Parkhaus mit bis zu 20 Metern Höhe, links ein Hotel, das nur wenige Meter niedriger sein sollte Foto: Pius Bandte
13. November 2019

Nach dem Bürgerentscheid ist klar: Auf dem Karl-Bever-Platz darf die Stadt weder ein Parkhaus noch ein Hotel bauen. Nun suchen Gegner und Befürworter den Dialog – sie wollen gemeinsam nach Lösungen suchen, damit ein Parkplatzchaos während der Tourismussaison und der Landesgartenschau (2021) vermieden werden kann. 

Lindau – Eine Stunde nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend stand das Ergebnis fest: 65 Prozent der Lindauer Bürgerinnen und Bürger haben mit Ja gestimmt und sich somit dafür ausgesprochen, den Karl-Bever-Platz, sprich den Parkplatz vor der Insel, „von neuen mehrgeschossigen Baukörpern freizuhalten“. Erfreulich ist nicht nur die klare Entscheidung, sondern auch die für einen Bürgerentscheid sehr hohe Wahlbeteiligung von über 40 Prozent der Stimmberechtigten.

Knapp 8 100 der insgesamt fast 20 000 Stimmberechtigten haben an der Abstimmung zum Karl-Bever-Platz teilgenommen. 5 247 Bürgerinnen und Bürger – das sind 65 Prozent derer, die zur Wahlurne gegangen sind oder Briefwahl gemacht haben – haben mit Ja gestimmt.

Demgegenüber gab es 2 829 Nein-Stimmen, was einem Anteil von 35 Prozent entspricht. Somit war es eine klare Zwei-Drittel/Ein-Drittel-Entscheidung.Tatsächlich gab es lediglich in einem der insgesamt 14 Stimmbezirke (davon drei Briefwahlbezirke) ein, wenn auch nur sehr knappes Votum für den Bau eines Parkhauses – nämlich auf der Insel, wo das Stimmenverhältnis 303 zu 300 betrug.

In allen Bezirken reichte die Ablehnung von 54,6 Prozent in Oberreitnau bis zu 75,1 Prozent in einem der beiden Wahlbezirke in Aeschach.In einer ersten Stellungnahme bezeichnete die Pressestelle der Stadt Lindau das Ergebnis als „Rückschlag für die Lösung der saisonalen Parkplatzprobleme in den kommenden Jahren.“ Dennoch werde man den politischen Willen achten und nun entsprechend umsetzen. Es wäre „unrealistisch, weiterhin auf ein Parkdeck am Karl-Bever-Platz zu setzen“.

Dieses sei nicht nur „wegen des erheblich höheren Flächenverbrauchs abzulehnen“, sondern auch „zeitlich vor der Gartenschau nicht zu realisieren“. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung: „Eine Baustelle auf dem Karl-Bever-Platz im Jahr 2021 wäre die schlechteste Lösung.“

Ulrich Stock

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren