Immobilien teuer wie nie - Preisanstieg im Raum Lindau lag bei fast 24 Prozent
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14. März 2019
Niedrigzinsphase und günstige Baukredite heizen die Immobilienpreise weiter an Foto: Ulrich Stock

Kaufinteressenten von Wohnimmobilien im Landkreis Lindau mussten im vergangenen Jahr im Schnitt über 3 000 Euro pro Quadratmeter berappen. 2017 waren es noch gut 2400 Euro. Dies geht aus dem „Wohnatlas 2019“ der Postbank hervor.  

Lindau/Bonn – Was man bislang vor allem von Großstädten und Ballungsräumen gewohnt war, erfasst nun auch den ländlichen Raum: Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen schießen durch die Decke. Laut den neuesten Zahlen im soeben erschienenen Postbank-Wohnatlas stiegen im Jahre 2018 die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in 365 von 401 Kreisen und Städten weiter an, während im Jahr 2017 lediglich 242 Kreise einen Preisanstieg verbuchten. Im bundesweiten Mittel lag das Plus inflationsbereinigt bei 7,2 Prozent und fiel damit noch stärker aus als im Vorjahr (5,5 Prozent).

„Die Immobilienpreise kennen derzeit nur eine Richtung, nämlich aufwärts. Solange die Niedrigzinsphase anhält und Baukredite günstig sind, ist eine Trendwende nicht zu erwarten“, sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank.

Mit dem Spitzenreiter, der Landeshauptstadt München, wo der Quadratmeterpreis für Bestandsbauten 2018 im Schnitt bei rund 7500 Euro (!) lag, kann sich Lindau zwar nicht messen. Dennoch gehört der Landkreis in der südwestlichen Ecke Bayerns zu jenen zehn Regionen, wo im vergangenen Jahr die Immobilienpreise am stärksten gestiegen sind. Mit einem Durchschnittspreis von fast 3050 Euro pro Quadratmeter liegt die Preisdifferenz im Vergleich zum Vorjahr bei knapp 24 Prozent. Damit belegt der Landkreis Lindau laut Studie Rang acht unter den Top-Ten-Regionen, wo der Preisanstieg 2018 am größten war. 

Wie dem jüngsten „Wohnatlas“ weiter zu entnehmen ist, liegt Lindau bei den Immobilienpreisen zwischen dem Niveau der Nachbarn Friedrichshafen und Ravensburg. Kam der Bodenseekreis 2018 im Schnitt auf rund 3370 Euro je Quadratmeter und damit einen Zuwachs von 9,4 Prozent, so lagen die Preise im Landkreis Ravensburg bei etwa 2660 Euro, was einem Anstieg von 9,0 Prozent entspricht. Der jährlich erstellte „Wohnatlas“ basiert auf Daten des Empirica-Instituts, des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI). Die weiterhin steigende Tendenz bei den Preisen für Wohneigentum bestätigt auch der aktuelle Marktbericht (4. Quartal 2018) des Immobilienmakler-Netzwerks Engel & Völkers für Lindau. Demnach werden die Preise für Wohnimmobilien heuer im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigen. Für Neubau-Eigentumswohnungen mit Seeblick werden in den besten Lagen der Stadt bis zu 10 000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, lautet die Einschätzung von Engel & Völkers (auf Basis der Angebotslage). In guten und mittleren Lagen klettert die Preisspanne auf 3500 bis 5500 Euro (2018: 3000 bis 5000 EUR). 

Häuser: Bis zu sechs Millionen Euro

Auch im Häusersegment werden die Angebotspreise laut Angaben des Maklernetzwerks weiter anziehen. Demnach werden für die Lindauer Region in mittleren und guten Lagen Preise von 600 000 bis 1,8 Millionen Euro erwartet (2018: 500 000 bis 1,5 Millionen Euro). In sehr guten Lagen würden bis zu 6,0 Millionen Euro verlangt (2018: bis 5 Millionen Euro). Entsprechend lautet der Ausblick von Michael Zehnle, dem Teamleiter des Lindauer Büros von Engel & Völkers: „Das Interesse am Wohnimmobilienmarkt in Lindau und den angrenzenden Seegemeinden ist ungebrochen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.“

Ulrich Stock

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