Hoffen auf mehr Regen
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9. August 2018
Trotz Trockenheit sieht Obstbauer Martin Nüberlin noch keine Gefahr für die Apfelernte am bayerischen Bodensee FOTO: ULRICH STOCK

Trockenheit gefährdet den Pflanzenwuchs massiv

Die Hitze setzt nicht nur Menschen und Tieren zu. Mancherorts haben Pflanzen aufgrund von Wassermangel bereits ihr Wachstum eingestellt. Obstbau, Weinbau und Landwirtschaft im Landkreis Lindau blieben bislang weitgehend verschont. Ob es dabei bleibt, ist unklar.

LINDAU – In vielen Regionen hat die anhaltende Trockenheit in der Natur bereits Spuren hinter lassen – es kommt zum Teil zu massiven Ernte ausfällen. Auch in den Obstanbaugebieten am Bodensee spitzt sich die Lage zu: Vielerorts klagen die Produzenten über die Trockenheit, bei der die Früchte nicht mehr weiterwachsen. Am bayerischen Ufer macht man sich noch keine Sorgen, hier scheint noch genügend Wasser im Boden zu sein.

„Wir haben zurzeit fast eine Sonderstellung – es gibt hier im Gegensatz zum westlichen Bodenseegebiet noch relativ viel Regen“, erklärt Martin Nüberlin, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern. Anders als die leichten, sandigen und kiesigen Böden im angrenzenden Württemberg könnten die schweren lehmigen Böden am bayerischen Bodensee das Wasser besser halten. Noch sei man zufrieden, die Bäume seien sehr voll. Sollte aber der Regen ausbleiben, würde es zu einem Nährstoffmangel kommen, ergänzt Nuber. Viel größer jedoch sei die Angst vor Hagel, der ganze Ernten vernichten kann.

Aufgrund der hohen Temperaturen Aufgrund der hohen Temperaturen sowie der frühen Blüte im Frühjahr wird die Obsternte heuer etwa zwei Wochen früher beginnen. Los geht’s mit der Williams-Christ-Birne, eine Woche später werden die Hauptapfelsorten wie Elstar, Gala oder Jonagold geerntet. „Bei ausreichend Regen rechnen wir sowohl bei Menge als auch bei Qualität mit einer guten bis sehr guten Ernte“, meint Nuber und fügt hinzu: „Haben wir keinen Regen, wird’s schlimm.“

Der Nonnenhorner Winzer Josef Gierer ist optimistisch. Zurzeit gebe es noch keine Schäden und auch keinen Wassermangel, berichtet der Vorsitzende des Weinbauvereins Bayerischer Bodensee. Je nach Standort sind die Wasservorräte im Boden zwar langsam knapp, dennoch sind die Pflanzen in einem Top-Zustand: „Der Rebstock ist eine wärmeliebende Pflanze und zudem ein Tiefwurzler, was in Zeiten von Wassermangel ein Vorteil ist.“ Witterungsbedingt wird auch die Weinernte 2018 viel früher als sonst beginnen. Nichtsdestotrotz erwartet er eine überdurchschnittliche Qualität: „Im bestenFall kann es sogar ein Jahrhundertwein werden“, sagt Gierer.

Weniger rosig sieht‘s bei der Landwirtschaft aus: „Bei der momentanen Trockenheit stellt das Grünland das Wachstum ein. Hält die Situation an, vertrocknet das Gras und wird braun. Qualität und Erntemenge leiden erheblich“, so Rainer Hoffmann vom Amt für Landwirtschaft in Kempten. Regen fiel mittlerweile zwar wieder, ob die Menge reichen wird, um die Wasservorräte in den Böden aufzufüllen, ist allerdings unklar.

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