Ecker gibt Amt vorzeitig ab
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21. März 2019
Oberbürgermeister Gerhard Ecker bei seiner Nominierung zur OB-Wahl im November 2017 Foto: Ulrich Stock

Gerhard Ecker (61, SPD), seit 2012 Oberbürgermeister der Stadt Lindau, will auf vier Jahre seiner Amtszeit verzichten und seinen Posten zum 1. Mai 2020 vorzeitig abgeben. Der 61-Jährige will damit erreichen, dass Stadtrat und OB wieder gemeinsam an einem Termin gewählt werden können.

Lindau – Dem Wunsch Eckers, seine Amtszeit vorzeitig zu beenden, was laut Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz zulässig ist, muss der Stadtrat allerdings noch zustimmen. Doch dies dürfte reine Formsache sein. Eigentlich wäre die aktuelle Amtszeit des Lindauer Oberbürgermeisters noch bis zum 31. März 2024 gelaufen. 

„Ich hatte ja bereits vor meiner Wiederwahl im Jahr 2018 angedeutet, dass ich mein Amt niederlegen würde, um auch in Lindau wieder eine Zusammenlegung der OB- und Stadtratswahlen zu ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Lindau vom Montag. Er habe dies aber „mit der Bedingung verknüpft, dass alle wichtigen Projekte abgeschlossen oder auf einem guten Weg sind“. Dies sieht Ecker jetzt in vielerlei Bereichen gegeben. Er nennt unter anderem die Inselhalle, die Unterführung, den Bau der Therme und den Cavazzen.

Mit der Gartenschau und der anschließenden Entwicklung auf der Hinteren Insel sei ein weiterer Grundstein für die Zukunft Lindaus gelegt, so der Oberbürgermeister weiter. Zudem sei die Umstrukturierung der Verwaltung gelungen. Ecker: „Lindau präsentiert sich zukunftsfähig. Es ist uns gelungen, den jahrelangen Investitionsstau aufzulösen.

 

Das WOCHENBLATT im Kurz-Interview mit OB Gerhard Ecker zu seiner vorzeitigen Amtsniederlegung:

Herr Ecker, Sie hatten angekündigt, sich bis Sommer 2019 erklären zu wollen, ob Sie die laufende Amtsperiode vorzeitig beenden wollen. Gibt es einen Grund bzw. Anlass, dass Sie dies nun früher bekannt gegeben haben?

Ich wollte die Entscheidung so schnell als möglich kommunizieren. So können sich jetzt die Gruppierungen frühzeitig um geeignete Kandidaten bemühen und wissen damit auch, auf welche Art von Wahlkampf sie sich einstellen müssen.

Waren für Ihre Entscheidung eher private Gründe relevant oder gab es auch andere Motive?

Es waren private Gründe.Einige wichtige Projekte, die Sie (mit) auf den Weg gebracht haben, werden erst nach dem vorzeitigen Ende Ihrer Amtszeit abgeschlossen.

Bedauern Sie das – macht Sie das auch ein bisschen wehmütig?

Natürlich ist ein wenig Wehmut dabei. Aber eine solche Situation wird es immer geben. Die Projekte sind ja allesamt auf einem guten Weg.

Was würden Sie aus heutiger Sicht als Ihren wichtigsten, auch persönlichen Erfolg bezeichnen?

Wir haben die Leistungsfähigkeit der Verwaltung deutlich gesteigert.Sie kennen aus der Politik den Begriff „lame duck“ (lahme Ente).

Glauben Sie, dass Sie im verbleibenden Jahr Ihrer Amtszeit in eine solche Situation kommen könnten?

Wir sind hier ja in Lindau und nicht in München oder Berlin. Ich führe hier eine Stadt, in der ich noch einiges bewirken kann.

Ulrich Stock

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