Der Run auf den OB-Sessel

Der Run auf den OB-Sessel
Claudia Halberkamp will gemeinsam mit den Bürgern gestalten Foto: Ulrich Stock
28. März 2019

Nur wenige Tage nach dem angekündigten vorzeitigen Amtsverzicht von Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker hat sich die erste Kandidatin für dessen Nachfolge geoutet. Claudia Halberkamp, Juristin der Stadt und parteilos, wird vom Wahlbündnis SPD und Freie Wähler ins Rennen geschickt.

Lindau – Das war fürwahr kein Zufall. Kaum hatte OB Ecker am Montag vergangener Woche über die städtische Pressestelle seinen vorzeitigen Abgang bekannt gemacht, flog den Medien auch schon eine Einladung zum Pressegespräch mit dem Thema „Kommunalwahl 2020/OB-Kandidatur“ ins Haus. Absender waren die Lindauer SPD und die Freien Wähler (FW) Lindau – also genau jenes Wahlbündnis, das vor rund sieben Jahren auch schon dem SPD-Mann Ecker in den Amtssessel geholfen hatte. Wie der Lindauer SPD-Vorsitzende Roland Sommer beim Pressetermin erklärte, hätten sich die Gremien seiner Partei und der Freien Wähler nach Gesprächen mit mehreren Kandidaten bzw. Kandidatinnen „einstimmig“ für Haberkamp entschieden. Ausschlaggebend sei ihre „kommunikative Art und ihr ehrliches Interesse an Menschen“ gewesen, unterstrich auch Andreas Reich, Vorsitzender der FW-Stadtratsfraktion.

„Mich freut es besonders, dass es eine Frau ist“, ergänzte SPD-Fraktionsvorsitzende Katrin Dorfmüller bei der Präsentation. Die offizielle Nominierung der „gemeinsamen Kandidatin“ soll am 4. April stattfinden. Halberkamp, die seit einigen Jahren in der Rechtsabteilung der Stadt als Juristin tätig ist, lebt seit sieben Jahren in Lindau. Die 41-Jährige ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (acht und elf Jahre). Beim Pressegespräch begründete sie ihre Kandidatur mit der „Liebe zur Stadt“, in deren Dienst sie sich stellen möchte. Für das Amt bringe sie nicht nur „berufliche Erfahrung“, sondern auch die entsprechende „persönliche Motivation“ mit, sagte sie.

Nach dem Studium in München hat sich die promovierte Juristin auf Verwaltungs- und Verfassungsrecht spezialisiert. Auf ein kurzes Intermezzo im diplomatischen Dienst folgten Anstellungen im Innenministerium, dem Landesamt für Statistik und schließlich in der Kreisverwaltung München. Als Büroleiterin habe sie an vielen Stadtratssitzungen teilgenommen und sei so erstmals mit der Politik in Berührung gekommen, erzählte Halberkamp. Davon könne sie noch bis heute bei ihrer Tätigkeit in der Lindauer Stadtverwaltung profitieren. 

„Ich will mitgestalten und Verantwortung übernehmen“, beschreibt Halberkamp ihre Motivation zur OB-Kandidatur. Schwerpunkte ihrer Politik seien Kinderbetreuung, Bildung und Schulen, Wohnen und Verkehr. Dabei liege ihr der „Dialog mit den Bürgern“ besonders am Herzen, so die OB-Kandidatin.

Ulrich Stock

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