Bürgerbegehren startet
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1. Februar 2019
Zur Rettung der Bienen gibt es jetzt ein Bürgerbegehren Foto: Hein/Pixelio

Am vergangenen Donnerstag begann für die Organisatoren des Bürgerbegehrens „Artenvielfalt – rettet die Bienen“ eine zweiwöchige, entscheidende Frist. Für Mitorganisator Xaver Fichtl und seine Mitstreiter gilt es nun, all die Menschen zu informieren und zu begeistern, die noch nicht durch die ersten Aktionen erreicht wurden.

Landkreis – Bereits Albert Einstein soll gesagt haben: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ Und nach Ansicht der Organisatoren des Bürgerbegehrens „Artenvielfalt – rettet die Bienen“ steht dieser Moment angesichts des in den vergangenen Jahren ungebremsten Aussterbens von Bienenvölkern bald bevor. Daher wollen sie erreichen, dass zehn Prozent der bayerischen Wahlberechtigten, knapp eine Million Menschen, vom 31. Januar bis 13. Februar mit ihrem Ausweis in ihr Rathaus oder ihre Gemeindeverwaltung gehen und sich dort eintragen und das Volksbegehren unterstützen.

Interview mit Xaver Fichtl:

Wie beurteilen Sie die Auftaktveranstaltungen und mit welchem Gefühl gehen Sie jetzt in die entscheidenden kommenden Wochen?

Xaver Fichtl: Den Auftakt bildete die Gründung des Aktionsbündnisses für das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ am 17. Dezember in Mellatz, zu der die ÖDP und der Bund Naturschutz im Kreisverband Lindau eingeladen hatten. Dem Bündnis haben sich die Parteien Bündnis 90/Die Grünen, die Bunte Liste Lindau, die LINKE und die SPD und die Naturverbände und -vereine Landesbund für Vogelschutz, die Naturfreunde Scheidegg und Imkervereine angeschlossen. Der erste Vortrag von Dr. Andreas Segerer fand beeindruckte und begeisterte Zuhörer, ebenso der zweite Vortrag von Marcus Haseitl. All dies gibt mir ein gutes Gefühl, die Sache läuft, aber trotzdem ist es noch nicht gelaufen, denn 10 Prozent der Wahlberechtigten, das sind eine Million Bürgerinnen und Bürger in Bayern, müssen sich mit Ausweis in ihr Rathaus bzw. in ihre Gemeindeverwaltung begeben und auf vorbereiteten Listen unterschreiben. Dies ist zu schaffen, die ÖDP hat mittels Volksbegehren die Abschaffung des Senats, die Streichung von Atomkraftstandorten und den konsequenten Nichtraucherschutz erreicht. Es gibt aber auch Volksbegehren, die es nicht geschafft haben.

Welche Aufgaben/Aktionen stehen jetzt als nächstes an?

Heute, am 31. Januar, wenn diese Ausgabe des Wochenblatts herauskommt, ist der erste Tag der zweiwöchigen Einschreibefrist. Die amtlichen Hinweise zum Volksbegehren, insbesondere die Eintragungszeiten der Gemeinden, sind in deren Amtsblättern und Homepages veröffentlicht, Zeitungsartikel und Berichte geschrieben und erschienen, Plakate, Flyer,  und in der Stadt Lindau die Benachrichtigungskarten für fast alle Haushalte verteilt. Jetzt gilt es noch durch weitere Medienarbeit, durch sogenannte Rathauslotsen und Infostände, durch Gespräche mit Familie, Freunden und Nachbarn möglichst viele Wählerinnen und Wähler zu motivieren, zur Gemeinde zu gehen und sich einzutragen. Ausweis nicht vergessen! Und in zwei Wochen können wir hoffentlich einen wichtigen Schritt zum besten Naturschutzgesetz in Deutschland und für Maßnahmen zur Rettung der Bienen, der Insekten und der Artenvielfalt insgesamt feiern.

Warum ist Ihnen die Thematik so wichtig?

Beim Erhalt der Artenvielfalt geht es um unsere Lebensgrundlagen. Dr. Andreas Segerer führte in seinem Vortrag eindrucksvoll aus, dass das Verschwinden der Insekten noch viele weitere Auswirkungen hat, z.B. bilden die Insekten auch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere Kleintiere. Ihr Verschwinden zeigt an, dass es um den Zustand unserer Umwelt erschreckend schlecht bestellt ist. Dabei sind die Ursachen und Verursacher schon seit langem beschrieben und man könnte grundsätzlich etwas tun, um das Eintreten einer ökologischen Katastrophe zu verhindern. Die „Krefeld-Studie“ belegt eine Abnahme der Insekten - berechnet als reine Biomasse - von über 76% in einem Zeitraum von nur 27 Jahren. Die Anzahl an Schmetterlingen hat in den letzten 50 Jahren um etwa 80 bis 90% abgenommen. Dabei verläuft die Geschwindigkeit der Abnahme von Schmetterlingsarten und der Häufigkeit ihrer Individuen immer schneller. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen sind Schmetterlinge gute „Bioindikatoren“; aktuell zeigen sie an, dass etwa zwei Drittel unserer Biotope gefährdet sind. Insgesamt geht es um die Rettung einer ökologischen Umwelt, der biologischen Landwirtschaft, der Zukunft unserer Natur, oder anders formuliert um die Rettung der Schöpfung und um unsere Gesundheit. Deshalb ist mir wie sehr vielen Mitstreitern die Thematik wichtig, sie sollte allen Menschen wichtig sein.

Die Lindauer ÖDP bietet am Samstag, 2. Februar, einen kostenlosen Sonderfahrdienst für Ältere zur Eintragung beim Volksbegehren an. Anmeldung am Vortag unter T: 08382-942939

Sven Krause

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