Allein mit dem Stress

18. Februar 2019
Was bietet man beim nächsten Treffen der Alleinerziehenden? Das ist regelmäßig die Frage für den Pädagogischen Leiter Wolfgang Preiss-John und Bildungsreferentin Edeltraud Wiedmann von der KEB Foto: Christina Benz

Alleinerziehende in der Region haben eine Anlaufstelle: Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) bietet offene Treffen für alleinerziehende Mütter und Väter. Hier gibt‘s Beratung, Erfahrungsaustausch und Vernetzung. 

Region – „Bei uns bleibt keiner mit seinem Leben allein, sagt Leiterin Tanja Beck-Huber. „In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Situation für Alleinerziehende nicht grundlegend verändert“. Sie muss es wissen, ist selbst ehemalige Alleinerziehende. „Wer es nicht gelebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie es ist.“

„Der Druck, diesen Alltag zu meistern, steigt in unserer schnelllebigen Zeit“, sagt  Edeltraud Wiedmann, Bildungsreferentin der KEB. Um die neuen Herausforderungen zu wuppen, sind viele Alleinerziehende gezwungen, ganztags arbeiten zu gehen. Das bringe organisatorischen Druck und psychische Belastung. „Entspanntes Arbeiten und die notwendige Gelassenheit für die Organisation des Alltags sehen anders aus.“ Und trotzdem reicht das Geld nicht, das zweite Gehalt fehlt immer.

Nervige Konflikte

Dazu komme die oft nervenzehrende Auseinandersetzung mit dem getrennten Elternteil: „Wenn bereits während der Ehe keine konstruktive Kommunikation möglich war, ziehen sich Streitigkeiten, vor allem um die Kinder, häufig weit über die Scheidung hinaus“, sagt Tanja Beck-Huber. Manche haben in dieser belastenden Zeit auch keine Möglichkeit zur Aussprache unter Freunden. „Auch die fehlende Möglichkeit zur Teilnahme an der Gesellschaft kann Einsamkeitsgefühle nach sich ziehen, für Frauen wie Männer“, erzählt Tanja Beck-Huber.

Gute Väter

Auch hier schaffen die Treffen Abhilfe. „Es gibt nicht nur die bösen Scheidungsväter“, lacht sie. „Zu uns kommen solche, die sich Gedanken um das gemeinsame Sorgerecht machen und sich mit ihrer Vaterrolle auseinandersetzen. Alleinerziehende Frauen dagegen haben eher damit zu kämpfen, sich nicht als vollwertige Familie zu sehen“. „Dabei seit alleinerziehend „ein Lebensmodell, vor dem man den Hut ziehen kann“. 

Jeden Monat ein Treffen

Tanja Beck-Huber berät in fast allen Fragen zum Thema Alleinerziehende. In  Ochsenhausen findet ein Treff monatlich statt, man trifft sich zudem  abwechselnd in Riedlingen und Bad Saulgau, im  Frühjahr auch in Bad Schussenried. „Ob Brunch oder Kaffee angeboten wird, ob es Referenten für Vorträge gibt, ob ein Ausflug geplant ist, eine Familienanwältin oder Beratungsstellen eingeladen sind, steht im Programmheft“, erzählt sie. 

Das nächste Treffen ist am 16. März in Riedlingen.  Mehr unter Weitere Infos unter www.keb-bc-slg.de

Christina Benz

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