Zahl illegaler Einwanderer sinkt, Straftaten nehmen zu
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7. Februar 2019
Inspektionsleiter Tobias Lehmann (li.) und Franz Rehling, Leiter des Ermittlungsdienstes, gaben Auskunft über die Arbeit der Bundespolizei Foto: David Balzer

Im vergangenen Jahr kamen weniger illegale Einwanderer über die Schweizer Grenze nach Deutschland als in den Jahren zuvor. Die Zahl der Straftaten stieg 2018 jedoch an, wie die Bundespolizeiinspektion Konstanz auf einer Pressekonferenz nun bekanntgab.

Konstanz – Die Zahl der unerlaubten Einreisen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen: Wurden 2017 noch 1 048 Fälle registriert, waren es im vergangenen Jahr nur noch 866. Inspektionsleiter Tobias Lehmann erklärt: „Wir spüren nun die Auswirkungen der italienischen Migrationspolitik. Mailand ist die Hauptdrehscheibe der Flüchtlingsbewegung in Norditalien, von wo aus die Migranten mit Zügen und Fernbussen versuchen, illegal nach Deutschland einzureisen.“ Entweder über Zürich nach Konstanz oder über den Brenner in Richtung München. Auch gefälschte Dokumente, Waffen oder Drogen würden gerne per Fernbus verschickt, weshalb tägliche Kontrollen auf den relevanten Verbindungen zur Routine geworden sind. „Praktisch jeder Bus, der aus Mailand kommt und den wir kontrollieren, ist ein Treffer“, sagt Lehmann. Der Inspektionsleiter legt dabei besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Beamten des Schweizer Grenzwachtkorps, weshalb im Oktober 2018 die Gemeinsame Operative Dienstgruppe (GOD)  gegründet wurde.

128 Straftaten und Fahndungstreffer verzeichnete die GOD 2018 allein auf deutschem Hoheitsgebiet. Deutsche und schweizer Beamte gehen dabei gemeinsam auf Streife – auch mit sogenannten Hubschraubersprungfahndungen, um überraschende Kontrollstellen einzurichten. „Insgesamt sind im vergangenen Jahr 4 616 Straftaten in den sechs Landkreisen, für die wir zuständig sind, festgestellt worden – eine Erhöhung um 425 Fälle im Vergleich zu 2017“, sagt Tobias Lehmann. 2019 werde der GOD personell weiter ausgebaut und man sei generell auf der Suche nach Verstärkung: Mit der Kampagne „Kein Tag Alltag“ will die Polizei junge Menschen für ihren Beruf begeistern. 128 Straftaten und Fahndungstreffer verzeichnete die GOD 2018 allein auf deutschem Hoheitsgebiet. Deutsche und schweizer Beamte gehen dabei gemeinsam auf Streife – auch mit sogenannten Hubschraubersprungfahndungen, um überraschende Kontrollstellen einzurichten. „Insgesamt sind im vergangenen Jahr 4 616 Straftaten in den sechs Landkreisen, für die wir zuständig sind, festgestellt worden – eine Erhöhung um 425 Fälle im Vergleich zu 2017“, sagt Tobias Lehmann. 2019 werde der GOD personell weiter ausgebaut und man sei generell auf der Suche nach Verstärkung: Mit der Kampagne „Kein Tag Alltag“ will die Polizei junge Menschen für ihren Beruf begeistern.

Auch der Einsatz gegen Schleuser beschäftigt die Bundespolizei. So haben Beamte im Dezember in Überlingen drei jugendliche Afghanen aus dem Auflieger eines Sattelschleppers befreit. „Das Trio gelangte sechs Tage zuvor in Serbien – ausgestattet nur mit einer Packung Kekse und etwas Wasser als Proviant – in den LKW. Der Fahrer hörte die Schreie bei einer Rast und verständigte die Polizei, welche den verplombten LKW dann öffnete“, so Franz Rehling, Leiter des Ermittlungsdienstes.

Im bahnpolizeilichen Bereich kontrollieren die Beamten ein Streckennetz von 549 Kilometern Länge mit über 104 Haltepunkten. Einen erhöhten Überwachungsbedarf gibt es laut Tobias Lehmann am Stadtbahnhof Friedrichshafen, wo regelmäßig Intensivtäter auftauchen. Am Flughafen Friedrichshafen sollen 2019 zudem neue Räumlichkeiten bezogen werden. „Auch wenn die subjektive Wahrnehmung manchmal anders ist: Insgesamt bewerten wir den Bodenseeraum als sicher“, betont der Inspektionsleiter abschließend.

Die Bundespolizei hat sonderpolizeiliche Aufgaben. Sie ist zuständig für den Schutz der Landesgrenzen, aber auch für die Sicherheit auf Bahnanlagen und Flughäfen. Der Grenzschutz wird durch die tägliche Fahndung in einem 30-Kilometer-Radius entlang der Landesgrenze gewährleistet. Die Bundespolizeiinspektion Konstanz ist dabei zuständig für die Landkreise Konstanz, Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen, Tuttlingen und den Zollernalbkreis.

David Balzer

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