„Wir haben Flügel!“
Empfehlung

11. Juli 2019
Mit der Hoppetosse war Jörg Leonhardt unter anderem vor Lindau, Friedrichsha-fen und Konstanz auf dem Bodensee unterwegs Bild: privat

Wenn Jörg Leonhardt, Vorsitzender von Wings for handicapped e.V., mit seinem umgebauten 300-PS-Rennschlauchboot Hoppetosse Gas gibt, geht die Post ab: Mit bis zu 40 Km/h fl itzt er mit schwer kranken oder behinderten Kin-dern übers Wasser, diese dan-ken es mit strahlenden Augen. 

Friedrichshafen/Lindau – In der vergangenen Woche war Jörg Leonhardt mehrmals täglich auf dem Bodensee unterwegs, um Kindern mit Handicap ein kostenloses Abenteuer zu ermöglichen. Mit seiner Hoppetosse kann er knapp 20 Leute mitnehmen, entweder auf fest montierten Sportsitzen, wie wir sie aus Rennwagen kennen, oder einfach auf dem Boden des Bootes. Ermöglicht wird diese Aktion ausschließlich durch Spenden, in diesem Jahr fand  sie  zum  zehnten  Mal  am  und auf dem Bodensee statt.

Unterstützt wird Jörg Leonhardt,   der   selbst   seit   seinem   18.  Lebensjahr  querschnittsgelähmt  ist,  dabei  von  Freunden,  in  Lindau  z.B.  von  der  Boots-vermietung   Sandau,   dem   Hafenmeister  Hubert  Pröller  und  natürlich auch von den zuständigen  Behörden.  „Nur  dank  einer  Sondergenehmigung   darf   ich mit der Hoppetosse auf dem Bodensee fahren“, erklärt Leon-hardt,  der  in  ganz  Deutschland  mit  seinem  Rennschlauchboot  unterwegs  ist.  „Die  Kinder  ge-winnen  so  neues  Selbstvertrauen,   neuen   Mut und   strahlen   übers ganze Gesicht“, nennt der 54-Jährige  die  Hauptgründe  für  seine Touren, die seit 2004 jedes Jahr  stattfinden.  Auch  das  Thema Inklusion spielt eine wichtige Rolle.

Denn bei den Fahrten mit der Hoppetosse sind nicht ausschließlich Kinder mit Handicap dabei. Es sollen auch Berührungsängste abgebaut werden, was in Lindau vergangene Woche schnell der Fall war. „Gleich geht‘s los!“, „Bestimmt gibt er gleich Vollgas!“ oder „Wir haben Flügel!“ sind Sätze, die vor und während der bis zu 40 km/h schnellen Fahrt von den Kids gerufen werden. Andere genießen still die wilde Wellenfahrt oder danken es mit strahlenden Augen.

„Ich treffe bekannte Gesichter wieder und kann Kinder glücklich machen, was gibt es Schöneres?“, sagt Daniel Sandau von der Lindauer Bootsvermietung. Auch Jörg und Angelika Iselt aus Siegen reisen seit Jahren im Sommer an den Bodensee, um bei der Aktion Hoppetosse mit anzupacken: „Wir spendieren ein paar Würstchen und Getränke. Außerdem konnten wir für Jörg Leonhardt eine kostenlose Unterkunft ganz in der Nähe von der Lindauer Insel organisieren“, sagt Jörg Iselt. Eine Hand helfe hier der anderen. Hafenmeister Hubert Pröller hatte beispielsweise Sprit, Brötchen und Getränke besorgt: „Alles gespendet von lieben Menschen aus dem Raum Lindau“, wie er erzählt. Auch Gerd Drexler, stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei, betont: „Für die Kinder ist das natürlich unfassbar aufregend und schön. Auch unser Polizeiboot fasziniert die Kids und wir wollen helfen, ihnen dieses Abenteuer zu ermöglichen.“

Auch im kommenden Jahr soll es wieder wilde Fahrten mit der Hoppetosse auf dem Bodensee geben. Mehr Infos: www.w4h.de

David Balzer

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