„Wir greifen oben an!“
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23. August 2018
Daniel Di Leo (re.) ist seit Saisonbeginn Spielertrainer des VfB Friedrichshafen Kram

Der Saisonstart der Landesliga-Fußballer des VfB Friedrichshafen unter ihrem neuen Spielertrainer Daniel Di Leo war vielversprechend. Im WOCHENBLATT spricht der 34-Jährige über seine neue Aufgabe und die ambitionierten Saisonziele des VfB.

Herr Di Leo, war es Ihr Plan, schon in diesem Sommer ins Trainergeschäft einzusteigen? Daniel Di Leo: Eigentlich nicht, ich hatte ja einen Zweijahres-Vertrag als Spieler. Und wenn ich ehrlich bin, kommt das vielleicht auch ein Jahr zu früh. Aber im Frühjahr war Christian Wucherer (Ex-Trainer, d. Red.) plötzlich weg und mein guter Freund und jetziger Co-Trainer Giovanni Rizzo übernahm interimsmäßig. Der VfB ist mein Herzensverein und irgendwann kam die Anfrage vom Vorstand, ob ich mir das Traineramt zutrauen würde. Bislang bereue ich meine Entscheidung absolut nicht. 

Sie haben jahrelang Tore am Fließband für den VfB und den FV Ravensburg erzielt. Wie ist nun Ihr erster Eindruck als Spielertrainer? Und wie lange läuft der neue Vertrag? Zunächst bis zum 30. Juni 2019. Zugegeben: Anfangs habe ich die Anforderungen in der Landesliga in der neuen Rolle etwas unterschätzt. Wir sind aber schnell eine Einheit geworden und mittlerweile läuft es mir fast ein bisschen zu gut. 

Sie meinen, der ein oder andere könnte nach den jüngsten Siegen gegen Kehlen und Berg nachlassen? Ja, ich bin da ein kleiner Matthias Sammer und erwarte stets volle Konzentration – im Training und im Spiel. 

Der TSV Berg ist für Sie ein Aufstiegskandidat. Was bedeutet der Pokalerfolg vom vergangenen Freitag? Der VfB stand schon ewig nicht mehr im Achtelfinale des Pokals, gegen Laupheim haben wir am Dienstagabend nun die Chance. Es wäre schön, mal auf einen Verbands- oder Oberligisten zu treffen. Mir bereitet der Spielplan allerdings noch ein wenig Kopfzerbrechen. Nur drei Tage nach dem Duell mit Laupheim kommt der FV Ravensburg II zum Liga-Spiel ins Zeppelin-Stadion. Ja, die Pause ist ziemlich kurz. Laupheim ist uns bereits entgegengekommen und wir konnten das Spiel von Mittwoch auf Dienstag, 19 Uhr, vorverlegen. Klar ist aber, dass mir die Liga wichtiger ist und ich eher im Pokal den einen oder anderen Leistungsträger schonen würde.

Was ist nach Platz 4 in der Vorsaison in der Landesliga drin? Unser Kader hat Qualität, wir greifen oben an! Das ist unser Anspruch. Ich denke, unser Ziel sollte Platz 2 oder 3 sein. 

Sind Sie froh, bei den ambitionierten Zielen selbst noch auf dem Platz helfen zu können? Ich führe viele Gespräche mit meinen Spielern. Sie haben mich darin bestärkt, weiterhin im VfB-Angriff Verantwortung zu übernehmen. Hinzu kam, dass wir mit Sascha Hohmann zuletzt nur einen weiteren einsatzbereiten Stürmer im Landesliga-Kader hatten. Ich werde also auch in nächster Zeit noch oft die Kickschuhe schnüren. 

Wer gehört aus Ihrer Sicht neben Berg und dem VfB noch zu den Aufstiegs-Kandidaten? Sicherlich der FV Rot-Weiß Weiler, der mit Mathias Stadelmann über einen exzellenten Stürmer verfügt. Dazu noch der SV Oberzell, auch wenn sie jetzt verloren haben. Der FC Mengen könnte überraschen.  

Eine Besonderheit ist, dass Sie nun ihren jüngeren Bruder Nico trainieren. Gibt‘s da manchmal Reibereien? Nein, nein, das ist kein Problem. Spannungen im Team wären Gift. Beim VfB bin ich Trainer, Bruder, Freund und Mitspieler – über allem steht aber der Respekt. Ich habe meinen Jungs gesagt, dass ich nun konsequenter auftrete und auch mal unangenehme Entscheidungen treffen muss. Das akzeptieren sie.

David Balzer  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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