Wie geht‘s dem Osterhasen?

Wie geht‘s dem Osterhasen?
Im Frühjahr ist Rammelzeit bei den Feldhasen. Da kann man die dämmerungsaktiven Tiere auch tags beobachten. Foto: Alexander Oberst
29. März 2018

Am Wochenende muss der Osterhase wieder hart arbeiten: Doch hat er dafür auch ausreichend Gehilfen? Wie ist es um ihn und seinen Verwandten, den Feldhasen, bestellt?

Friedrichshafen – Vor gut 20 Jahren machte man sich große Sorgen um den Feldhasen. Die Bestände waren rückläufig, weshalb man „Lepus europaeus“ aus der Schusslinie der Jäger und in den Fokus der Wissenschaft rückte. Er kam auf die Vorwahlliste der bedrohten Tierarten und wurde fortan beobachtet, geschützt und gezählt. Seit 2003 werden die Bestände zweimal jährlich erfasst und im Rahmen des Projektes „Niederwildzensus“ dokumentiert.

Doch wie zählt man Tiere, die man so gut wie nie zu Gesicht bekommt? „Man nutzt ihren Fluchtreflex und scheucht sie mit Scheinwerfern auf“, erzählt Guido Dalüge, der das Projekt bei der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg in Aulendorf betreut. Seither hat man gesicherte Werte und kann Entwarnung geben: Auch wenn Meister Lampe viele Feinde hat – zu deren ärgsten der Mensch mit seiner intensiven Grünlandbewirtschaftung gehört – sind die Bestände über einen Zeitraum von 15 Jahren konstant geblieben.

Schutzlos im Acker

In Baden-Württemberg leben durchschnittlich 13 Tiere auf 100 ha. Das ist regional unterschiedlich: Der Süden ist mit sieben bis zehn Tieren das Schlusslicht.Auch ein solch nasses und kaltes Frühjahr, wie wir es jetzt gerade erleben, dezimiere den Bestand, so Dalüge.

Im Februar oder März kommen die ersten Jungtiere zur Welt, die der Nässe und Kälte schutzlos ausgeliefert sind. Denn anders als Kaninchen graben die Feldhasen – als typische Steppenbewohner – keinen Bau. Sie liegen eng an den Boden gedrückt und müssen sich nicht nur vor Regen und Schnee, sondern auch vor Raben- und Greifvögeln und Füchsen in Acht nehmen.

Weil die aber in den letzten Jahren selbst mit Räude und Staupe zu kämpfen hatten, konnte sich der Bestand an Hasen erholen. „Hasen dürfen heute wieder gejagt werden – aber das macht so gut wie keiner“, sagt Konstantin Hund von der Jägervereinigung Tettnang.

Jetzt unterwegs

Man muss sich also keine Sorgen um den Osterhasen machen. Feldhasen sind eine fruchtbare Spezies. Eine Häsin kann fünf mal im Jahr Junge bekommen. Das Sprichwort „Das geht wie das Hasenmachen“, kommt also nicht von ungefähr. Während der Osterzeit, der Rammelzeit, sind die sonst nur dämmerungs- oder nachtaktiven Tiere auch tagsüber unterwegs. Wenn man Glück hat, kann man den Osterhasen bei seiner Arbeit beobachten.

Kerstin Dorn

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren