Was macht der April?
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13. April 2018
Landwirt Christoph Brugger kontrolliert seine Apfelbäume. 2017 hatte er massive Ernteausfälle. Foto: David Balzer

Das Aprilwetter macht bekanntlich was es will. In den vergangenen beiden Jahren bedeutete das: Auf frühlingshafte Temperaturen folgten Schneefall und Nachtfrost. Das sorgte bei Obstbauern und Winzern für massive Ernteausfälle. 2018 läuft bislang alles Plan.

Region – Das Land Baden-Württemberg stufte den Frost im April 2017 als Naturkatastrophe ein. Damit war für Landwirte klar: Die Ernte im Herbst wird zwar mager ausfallen, der Weg für finanzielle Hilfen ist jedoch frei. Nichtsdestotrotz mussten viele mit Existenzängsten kämpfen und lange Zeit stand nicht fest, wieviel Geld jeder Einzelne vom Land bekommt. „Im April kommt nun endlich das Geld, das mir eigentlich schon für Februar zugesagt wurde“, sagt Christoph Brugger, der auf seinen Feldern rund um Eriskirch Äpfel, Zwetschgen und Erdbeeren anpflanzt.

Für Sorten wie Elstar, Gala oder Jonagold war der Aprilfrost im vergangenen Jahr Gift, rund 70 Prozent der Apfelblüten waren hin. Bei den Zwetschgen (60% Ausfall) und Erdbeeren (50%) sah es kaum besser aus. Das führte dazu, dass die Ernte bereits Anfang Oktober, also rund vier Wochen früher, abgeschlossen war und Christoph Brugger seine Saisonarbeiter früher heimschicken oder ihnen bereits im Frühsommer komplett absagen musste.

Umso besser, dass das Wetter dieses Jahr bislang keine Kapriolen bereitzuhalten scheint. „Der März war zwar kalt, aber von den Temperaturen her nicht kritisch“, erklärt Christoph Brugger, „nur jetzt sollte nichts mehr passieren. Sollte es im April mehrere Frostnächte nacheinander geben, haben wir dieselbe Situation wie 2017.“ Kritisch sei es vor allem, wenn das Thermometer nachts knapp zehn Stunden am Stück unter Null sinke.

Schützen kann man die kostbaren Blüten kaum vor den fatalen Minusgraden. Vor einem Jahr versuchten Landwirte ihren Pflanzen Wärme zu spenden, indem sie den Boden aufbuddelten oder Feuerchen legten. „Eine Möglichkeit ist auch die Frostschutzberegnung. Allerdings ist die sehr aufwändig. Ich werde mir nun Hagelnetze anschaffen, die braucht man mittlerweile auch jedes Jahr“, sagt Brugger, der trotz der Entschädigung des Landes Baden-Württemberg unterm Strich viel Geld verloren hat.

Die magere Ernte hatte nicht nur für die Landwirte finanzielle Folgen, sondern wirkte sich auch auf die Verkaufspreise aus: Teilweise waren gewisse Apfelsorten bis zu 40 Prozent teurer als normalerweise. Christoph Brugger musste viele Kisten Äpfel wegwerfen, manche konnte er immerhin noch zu Mostobst verarbeiten. Nach den turbulenten vergangenen beiden Jahren wünscht er sich für die kommende Saison nur eines: „Einfach eine normale Ernte.“

David Balzer

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