Gauner machen keine Ferien

7. Februar 2019
Für Senioren ist es oft ein Lichtblick, wenn jemand anruft Foto: Fotolia/kolotype

Sie sind am Telefon vertrauenswürdig, wiegen in Sicherheit und wollen nur helfen: Gauner, die sich als falsche Polizeibeamte ausgeben und in Wirklichkeit nur eines wollen – Geld und Wertgegenstände. Manchmal werden Betroffene auch auf der Straße angesprochen. Wir schildern einen aktuellen Fall.

Region – Otto M. lebt alleine und hat sich gerade gemütlich zum Frühstück gesetzt. Das Telefon klingelt und er sieht auf dem Display die Notrufnummer 110 mit seiner Ortsvorwahl. Er denkt „Oh Gott, was ist passiert!?“ Noch gar nichts, aber das folgende Gespräch mit dem liebenswertem Polizeibeamten wird ihn um seine ganzen Ersparnisse bringen. Die Täter suchen im Telefonbuch nach Namen, die auf ein hohes Alter schließen lassen. Senioren leben oft alleine, freuen sich, wenn jemand anruft und schnöde auflegen halten sie für unhöflich. Natürlich warnen die Kinder  Oma und Opa. Aber die halten dagegen: „Ich bin doch nicht senil und mir passiert so etwas nicht.“

Der falsche Polizeibeamte gibt bei Otto M. vor, dass in seiner Nachbarschaft eine ausländische Einbrecherbande verhaftet wurde. Einige Mitglieder konnten entkommen, aber auf der gefundenen Einbruchliste steht die Adresse von Otto M. ganz oben. Sie raten ihm, Fenster und Türen zu schließen und zuhause zu bleiben. Die Angst um sein Hab und Gut hat ihn im Griff, er sitzt bereits in der Falle und ist für jede weitere Hilfsaktion der vermeintlichen Polizisten froh und dankbar.

Otto M. wurde von den vermeintlichen Polizeibeamten geschickt über seine finanziellen Verhältnisse und Wertgegenstände, die er bei sich in seiner Wohnung aufbewahrt, ausgefragt. Das Telefonat und die Ausfragung geht über Stunden. Letztlich übergibt Otto M. seine kompletten Wertsachen an drei falsche Kriminalbeamte an der Haustür. Er ging  davon aus, dass die Polizei alles so lange sicher aufbewahrt, bis die flüchtigen Einbrecher verhaftet sind.

Gauner sind erfinderisch, bestens vernetzt und das Callcenter hat seinen Sitz meistens im Ausland. Sie wissen auch, dass Geschädigte ihren Angehörigen aus Scham oft nichts erzählen.

Im Fall von Otto M. konnten durch umfangreiche Ermittlungen der Kripo und der engen Zusammenarbeit mit einer ausländischen Polizeidienststelle die drei Tatverdächtigen festgenommen werden. Die Beute war aber nicht mehr auffindbar und für immer verloren.

Daniela Leberer

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