„Druck ist immer da“
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12. Oktober 2018
Nach dem WM-Titel mit Polen will Vital Heynen nun wieder mit dem VfB angreifen FOTO: PR

VfB-Volleyballer vor dem Start in die neue Saison

Das Warten hat am kommenden Wochenende ein Ende: Am Samstag starten die Volleyballer des VfB Friedrichshafen in die neue Bundesliga-Saison. Vor dem Auftakt in Rottenburg (19.30 Uhr) zeigt sich Cheftrainer Vital Heynen selbstbewusst.

FRIEDRICHSHAFEN – Es bleibt momentan keine Zeit zum Durchatmen für Vital Heynen. Zum einen steht der Saisonauftakt mit dem VfB vor der Tür, zum anderen gibt er quasi in jeder freien Minute ein Interview. An das gestiegene Interesse an seiner Person muss er sich noch etwas gewöhnen, schließlich sind erst knapp zwei Wochen vergangen, seit er mit der polnischen Nationalmannschaft bei der WM in Bulgarien und in Italien Weltmeister wurde. „Das ist ganz klar der größte Erfolg meiner Laufbahn. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass rund 20 Millionen Polen das Finale im TV gesehen haben. Auch der anschließende Empfang bei Staatspräsident Andrzej Duda war unglaublich“, sagt der 49-Jährige stolz.

Gefeiert oder gar genossen hat er den Triumph allerdings nicht: „Dazu habe ich keine Zeit, schließlich wollen wir mit dem VfB ein höheres Niveau erreichen und so besser abschneiden als in der Vorsaison.“ Ihm mache die Doppelrolle als Vereins- und Nationaltrainer nichts aus. Quasi ohne Pause weiterzuarbeiten,sei er bereits seit 2010 gewohnt. „Ich beschäftige mich 365 Tage im Jahr mit Volleyball. Ich kenne alle Spieler, sehe Entwicklungen in Vereinen und weiß über alles Bescheid. Das ist mir lieber, als wenn ich komplett der Meinung eines Co-Trainers oder eines Scouts vertrauen muss.“

Aufgrund der WM verpasste Heynen großeTeile der Vorbereitung. Dabei wartet auf den VfB aktuell noch jede Menge Arbeit, wie der Belgier im Gespräch mit dem WOCHENBLATT betont.

Zum Beispiel konnte sich Vital Heynen bislang kaum einen Eindruck davon verschaffen, wie die VfB-Spieler inklusive der Neuzugänge Martin Krüger, Jakub Janouch, Michal Petras und Adrian Aciobanitei derzeit in Form sind. „Wir sind erst seit ein paar Tagen zusammen. Mit dem Verlauf unseres Vorbereitungsturniers im polnischen Wielun bin ich zufrieden.“ Dort ging der VfB Friedrichshafen einmal als Sieger und einmal als Verlierer vom Platz, Heynen rotierte viel und nutzte die Gelegenheit, um einiges auszuprobieren.

Ob er nun besonderen Druck als Weltmeistertrainer verspüre? „Nein, Druck ist immer da. Ich habe lieber Spaß am Volleyball und mache meine Sprüche“, sagt er, bevor er sich dann doch noch etwas in die Karten blicken lässt: „Als ich mit Polen bei der WM war, haben wir auch nicht über Ziele gesprochen, sondern einfach immer das letzte Spiel analysiert und geschaut, was wir besser machen können. So waren wir am Turnierende die beste Mannschaft und sind verdient Weltmeister geworden.“ Eine ähnliche Herangehensweise plant er auch mit dem VfB, Schritt für Schritt wolle man sich in den nächsten Wochen verbessern. Wo er am ehesten ansetzen muss? „Überall“, antwortet Vital Heynen lachend. „Wir müssen hart arbeiten, dann können wir selbstbewusst als Team auftreten und in in der Meisterschaft, im DVV-Pokal und auch in der Champions League ein gehöriges Wörtchen mitreden.“

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