Der Swimmingpool kommt doch
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7. September 2018
Links neben dem Bagger befand sich einst der strittige Swimmingpool FOTO: DIETER LEDER

Nach jahrelangem Rechtsstreit mit der Stadt Überlingen musste ein Swimmingpool-Besitzer sein Schwimmbecken auf seinem Privatgrundstück vollständig abreißen. Jetzt baut der Hauseigentümer einen neuen Swimmingpool, der den Auflagen gerecht wird.

ÜBERLINGEN – „Da wo der Erdhaufen ist, da etwa war der alte Pool“ erklärt der Hauseigentümer. Von dem alten Pool ist nichts mehr übrig, den hat er dieses Jahr zurückbauen müssen. Vor knapp zehn Jahren war er errichtet worden. Anderthalb Jahre später befasste sich die Stadt erstmals mit dem Swimmingpool, denn sie war der Meinung, dass er illegal errichtet wurde. Im Dezember 2012 gab es dann einen Erlass, dass der Pool zurückgebaut werden müsse.

Der Eigentümer legte daraufhin Widerspruch ein, den das Regierungspräsidium Tübingen jedoch zurückwies. Auch vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen hatte der Eigentümer keinen Erfolg, im Juni 2015 gab dieses der Stadt Überlingen Recht. Dagegen legte der Eigentümer erneuten Widerspruch ein, doch der Verwaltungsgerichthof in Mannheim wies die Zulassung im November 2017 endgültig ab, die Beseitigungsverfügung von 2012 war damit rechtskräftig geworden und so war klar: der Pool muss zurückgebaut werden.

Für den letzten Akt hatte der Eigentümer vier Monate Zeit, wobei die Arbeiten nur von entsprechenden Fachfirmen vorgenommen werden durften. Mittlerweile ist der Swimmingpool verschwunden: Plattenbeläge, der Pool und die Außenstützmauer wurden „in enger Abstimmung mit der Bauherrschaft, den Abteilungen und den Fachfirmen“ zurückgebaut, wie es aus dem Rathaus heißt. Nun ist der alte Pool weg, der komplette Garten ist derzeit eine einzige Baustelle. Bagger stehen aber nach wie vor auf dem Grundstück, denn: Der Grundstückseigentümer baut gerade einen neuen Swimmingpool – allerdings diesmal einen genehmigten.

Das alles sieht anfänglich nach einem schlechten Scherz aus: Sollen plötzlich all die Argumente, über die man jahrelang gestritten hat, nicht mehr gelten? Es ging in der Urteilsbegründung unter anderem auch um Flächenversiegelung, private Grünfläche, Festlegungen im Bebauungsplan, Grün- und Geländestrukturen, die Standfestigkeit der Felskante: Damit wurde die Abrissverfügung für den alten Pool letztlich begründet.

Doch der alte Swimmingpool ist nicht der neue: Das neue Schwimmbecken ist in der Größe deutlich reduziert und befindet sich nun nicht mehr an der Felskante, sondern deutlich zurückversetzt nahe am Wohngebäude. Auch Grünfläche wird nicht mehr versiegelt, denn die Baugenehmigung konnte erteilt werden „unter Berücksichtigung der genehmigten Terrassenfläche“, so die Auskunft der Stadt. Bereits im Juli 2008 hatte diese die Bodenversiegelung durch einenTerrassenbereich zugelassen. Statt einer großen Terrasse gibt es nun eine kleinere Terrasse mit Swimmingpool, die versiegelte Fläche bleibt somit gleich. Damit würden die Belange des Bebauungsplanes und insbesondere der grünordnerischen und landschaftlichen Zielsetzungen nicht beeinträchtigt, so die Stadt.

Das sieht nach einer gelungen Lösung aus, die auch dem Grundstückseigentümer gefällt: „Eigentlich ist der hausnahe Pool ja schon besser“, sagt er und hofft, noch vor dem Winter mit dem Bau fertig zu sein.

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