Das soziale Frühstück

Das soziale Frühstück
Der Frühstücksbus vom Verein Frühlingserwachen machte vergangene Woche vor dem Landratsamt in Friedrichshafen Station Foto: Balzer
13. Juni 2019

Der Deutsche Integrationspreis geht nach Friedrichshafen: Das Projekt „Frühstücksbus“ landete beim bundesweiten Wettbewerb unter den Top 3. Innerhalb von rund vier Wochen konnte der Verein Frühlingserwachen mit seinem „Frühstücksbus“ über 1 000 Menschen überzeugen.

Friedrichshafen – „Integration wird als Schlagwort zumeist im Kontext von Migration verwendet. Dass Integration mehr bedeuten kann, nämlich die Teilhabe aller Menschen, die in der aktuellen Gesellschaft leben, hat der Wettbewerb um den Deutschen Integrationspreis unter Beweis gestellt“, sagt Lena Reiner vom Verein Frühlingserwachen, den es seit Herbst 2017 gibt. Eines dieser Projekte, die alle Menschen – im wahrsten Sinne des Wortes – an einen Tisch bringen wollten, ist der „Frühstücksbus“. 

1 031 Unterstützer konnte Frühlingserwachen mit seinem Projekt in den vergangenen viereinhalb Wochen überzeugen: So viele Menschen zeigten nämlich mit einer Spende auf der Crowdfundingplattform Startnext, dass sie die Idee des Projekts überzeugt. Damit landete der Häfler Verein, der inzwischen in mehreren Orten deutschlandweit sogenannte Lokalgruppen gegründet hat, auf Platz 3 des Deutschen Integrationspreises. 16 483 Euro hat der Verein „erfundet“, 15 000 Euro Preisgeld gab es nun von der den Wettbewerb ausrichtenden Hertie-Stiftung obendrauf.

Mit seinem „Frühstücksbus“ schafft der Verein Frühlingserwachen Gelegenheiten, dass unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch kommen und die jeweils anderen Sichtweisen kennenlernen. „Diese Kultur des Zuhörens und gegenseitigen Verstehens ist wichtig für das Zusammenleben in einer Gesellschaft“, sagt dazu Natascha Fuchs, Leiterin des Amtes für Migration und Integration. Walter Schmid vom Kreisseniorenrat schätzt die vielen Gespräche, die dank des Projekts zustandekommen: „Viele Menschen blühen hier auf, auch ich.“ Ulrike Dittert möchte den Frühstücksbus zusammen mit der Integrationsbeauftragten Elke Dachauer auch in Überlingen etablieren: „Wir hoffen, dass es bis zum Herbst, spätestens aber bis zum nächsten Frühling, klappt.“ 

Das Frühlingserwachen-Team hat im Zuge des Wettbewerbs auch ein Schwesterprojekt gefunden und nun unterstützt man sich gegenseitig. „Auch wenn es sich komplex anhört: Das Miteinander stand auch während des Wettbewerbs im Mittelpunkt. Denn wir haben letztlich alle dasselbe Ziel: Eine Gesellschaft, an der alle teilhaben können. Ein Miteinander auf Augenhöhe“, betont Lena Reiner vom Frühlingserwachen-Team. Derzeit bestehen Lokalgruppen (teilweise in der Gründung, teilweise bereits aktiv) des Vereins in folgenden Orten und diese freuen sich auf weitere Aktive: Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Friedrichshafen, Ingolstadt, Mannheim, München, Potsdam und Überlingen. Mit dem Geld aus dem Wettbewerb sollen die neuen Ortsgruppen nun unterstützt werden. 

Mehr Infos zum Verein unter www.fruehlingserwachen.org 

David Balzer

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren