Bereit für die Zukunft?
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6. Juli 2018
Stehen Rede und Antwort: (von li.) Finanzvorstand Stefan Mittag, Geschäftsführer Klaus Wellmann, Andreas Brand und Pressesprecher Wolfgang Köhle. Foto: lre

Die Messe Friedrichshafen hat in einem großen Pressegespräch Bilanz gezogen: Über das Vorjahr 2017 und das erste Halbjahr 2018. Fest steht: Es wird sich einiges ändern.

Friedrichshafen – 35,26 Millionen Euro Umsatz, 710 583 Besucher und 10 606 ausstellende Unternehmen: Das sind die reinen Zahlen des Geschäftsjahres 2017 der Messe Friedrichshafen. Ein leichtes Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr, ein leichter Besucherrückgang, dafür ein Ausstellerzuwachs. Das Ergebnis sieht positiv aus und so beurteilten es auch Oberbürgermeister Andreas Brand, hier in seiner Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Friedrichshafen, Geschäftsführer Klaus Wellmann und der Bereichsleiter für Finanzen und Administration, Stefan Mittag. Letzterer verriet, dass die besondere Zahl der Überschuss vor Abzug der Steuern und Miete sei: 9,5 Millionen Euro standen hier am Jahresende unterm Strich. Genug, um eine Sondermietzahlung zu leisten, die die Schulden abzubauen half, die seitens der Besitzgesellschaft aufgenommen worden seien.

„Wir haben ausgeglichen und solide gewirtschaftet“, resümierte Brand und lobte die 85 „kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, ohne die das nicht möglich gewesen wäre. Nach dem positiven Auftakt wurde es ernster. Der Weggang der „OutDoor“ nach München ließ trotz des angekündigten selbstkritischen Blicks Fragen offen.

„Das, was das Münchner Messeteam als Gründe nennt, ist nicht objektiv“, betonte Wellmann mehrfach und gratulierte dann in einem kleinen Seitenhieb München zum Titel der Stauhauptstadt Europas (Bessere Zufahrtsstraßen waren einer der laut gewordenen Gründe zur Verlegung der „OutDoor“). Zum Folgeformat der Messeveranstaltung äußerte er noch nichts Konkretes. „Es wäre betriebswirtschaftlich blöd“, meinte Wellmann lediglich, „der Messe in München direkt etwas entgegenzusetzen“. Daher werde es in Friedrichshafen zwar auch im Jahr 2019 ein Angebot für Outdoorfans geben, aber keinen Abklatsch des bisherigen Formats, sondern etwas „Kleines, Spezielles, Zielgerichtetes“. Details möchte er im Laufe des Julis verkünden.

Fest steht: Die hohen Besucherzahlen der bisherigen Messe in diesem Segment wird ihr Nachfolger nicht in absehbarer Zeit erreichen.

In diesem Kontext betonte Brand: „Zum Selbstverständnis der Messe zählen nicht maximale Rendite. Ihr Ziel ist die Wirtschaftsförderung der Region.“ Auch sei es eindeutig, dass sich die Zeiten ändern würden - „Das Messewesen wird und muss sich ändern“, betonte Wellmann. Neue Kommunikationskanäle sorgten dafür, dass Messen nicht mehr dieselbe Aufmerksamkeit erhielten wie bisher: „Die Spitzenwerte von früher können wir auch nicht mehr erreichen, wenn alle die Ärmel hochkrempeln“, war Brand sich sicher. Und dennoch zeigte er sich gleichzeitig optmistisch: „Messen bleiben unersetzlich als Treffpunkt von Menschen. In irgendeinem Chat werde ich nie ein solches Beratungsgespräch erhalten.“ und Wellmann betonte: „Wir sind bereit für die Zukunft.“

Lena Reiner

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