Benjamin und der Brexit

Benjamin und der Brexit
Der Britische Musiker Benjamin Trench beim „Benjamin & Friends“ Konzert in dem Überlinger Restaurant „Krone“ im Januar 2017 Foto: Dieter Leder
5. April 2019

Der Überlinger Musiker Benjamin Trench ist Brite und berichtet dem WOCHENBLATT vom Brexit und was der für ihn bedeutet. 

Überlingen – „I am almost German“, sagt Benjamin Trench, „ich bin fast Deutscher.“ Fast – denn er bestellt sich ganz in englischer Tradition einen Tee. Seit 25 Jahren ist er nun dauerhaft in Deutschland, hat eine Deutsche geheiratet und jetzt holt ihn die Vergangenheit wieder ein: Der Brexit. Denn eines ist Benjamin auch noch: Engländer, und zwar zu 100 Prozent, er besitzt immer noch die englische Staatsbürgerschaft.

„Der Brexit ist eine Farce, eine Komödie“, so seine Meinung, England würde damit auf den Abgrund zusteuern: „Es ist ein Selbstmord für das Königreich.“ Er selber glaubt nicht, dass es einen Brexit geben wird und erinnert an die Werte der Magna Carta. Er zweifelt auch stark an dem politischen System: „Warum gehörte England zwar zur EU, hat aber stets sein Pfund behalten und nicht den Euro eingeführt?“ 

1978 kam Benjamin Trench  nach Deutschland. „Damals gab es noch Grenzen innerhalb Europas“ berichtet er von seinen damaligen Reisen, als er als Straßenmusiker durch Europa tourte. Ja, später sei es einfacher geworden, ohne die Grenzkontrollen. „Und dass wir im Moment in Frieden leben“, auch dafür ist er dankbar.

Dennoch wird sich für ihn einiges ändern. Kommt der harte Brexit doch, wäre er mit seinem britischen Pass kein EU-Bürger mehr, obwohl er doch seit 25 Jahren hier in Deutschland lebt. „Ich hole mir einen deutschen Pass und auch einen deutschen Führerschein, dann bin ich auf der sicheren Seite.“

Über seine Zukunft sagt er: „Ich glaube an Gott, ich habe keine Angst.“ Er glaubt aber auch nicht, dass der Brexit auf seine Musik und seine Arbeit Auswirkungen haben wird: „Er wird mein Leben nicht verändern.“ Vielleicht ja doch ein bisschen: Beim nächsten Konzert spielt er einen extra Brexit-Song: „Don‘t worry, be happy!“        

Dieter Leder

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