170 Jahre Immenstaader Fasnet

170 Jahre Immenstaader Fasnet
Die erste Traditionsgruppe der „Hennenschlitter“ war die Hexengruppe Foto: PR
21. Februar 2019

Leidenschaftlich gelebter Brauchtum

Die Narrengesellschaft „Hennenschlitter“ Immenstaad kann auf  170 Jahre urkundlich nachweisbare örtliche Fasnet zurückblicken.Die Narrengesellschaft „Hennenschlitter“ Immenstaad kann auf  170 Jahre urkundlich nachweisbare örtliche Fasnet zurückblicken.


Auch wenn schon in früheren Jahrhunderten durch die Abgabe des „Fasnetshennengeldes“, der Überquerung des zugefrorenen Bodensees zur „Fasnetszeit“, die Erwähnung von Tanzbelustigungen in der Fasnetszeit in Protokollen der Gemeinde in irgendeiner Weise schon „Fasnacht“ in Immenstaad gefeiert und erlebt wurde, ist mit einem Amtsprotokoll bzw. einem Polizeibericht aus dem Jahre 1849 der Nachweis geführt, dass schon Mitte des 19. Jahrhunderts das närrische Spiel in Immenstaad gefeiert wurde.

Der Name der Zunft wurde abgeleitet von einer uralten dörflichen Regelung. Jeder Haushalt musste den Grundherren Abgaben in Form von Naturalien leisten. Da diese meist zur Fasnetszeit fällig waren, nannte man die Hühner dann eben „Fasnetshennen“. Und zusammen mit einem Gemälde von der Seegfrörne 1695 hat der Volksmund schon in früheren Zeiten dies zum Anlass der Geschichte der „Hennenschlitter“ und der Schlittenfahrt nach Münsterlingen zur Fasnetszeit genommen. Da soll eben bei einer Fahrt über den zugefrorenen See mit dem Zehnten in Form von Speck, Eier, Schnaps usw. und auch Hennen die „Herren“ nach der Rückfahrt der Immenstaader entdeckt haben, dass wegen der großen Kälte „alle Hennen verreckt“ sind - was in Wirklichkeit wahrscheinlich nie geschehen ist. Aber die Immenstaader und später die Narrengesellschaft haben sich daher in anekdotisch-närrischer Hinsicht den Namen „Hennenschlitter“ gegeben.Folgende Personen oder Gruppen prägen das Erscheinungsbild der „Hennenschlitter“, besonders auch bei Umzügen: der Täfelebue, der Narrenpolizischt, der Fahnenträger, der Hennenschlitter mit seinem Schlitten mit Hennen, die Henneneltern mit der Hennengruppe, der Hennenwagen mit der Burengruppe, die Knecht und Mägd, die Bohnenbrätscher, oft dabei die Musikkapelle Immenstaad oder irgendeine Musikformation, die Elferräte mit dem Narrenvater I, die Prinzengarde mit dem Prinzenpaar in der Kutsche und die Hexengruppe mit dem Hexenwagen.Die erste Traditionsgruppe der im Jahre 1950 neu erstandenen Narrengesellschaft „Hennenschlitter“ war die Hexengruppe. 1952 überlegte man dann bei den Immenstaader Narren, der Tradition entsprechend, neben der Figur des „Hennenschlitters“ eine Hennengruppe zu gründen. Nach vielen Diskussionen und Entwürfen wurde im Jahre 1971 im „Adlersaal“ in der Programmnummer die „Hennensuppe wird gekocht“ das neue Hennenkostüm präsentiert. Mitte der 90er-Jahre waren Überlegungen im Gange, wie man den großen Andrang von jungen Menschen auf die Maskengruppen durch eine neue Gruppe auffangen könnte.

Man erinnerte sich an das „Brätschen der Bohnen“ in früheren Jahren, Immenstaad war früher ein großes Rebdorf und der Weinbau dominierte. Zum ersten Mal erschienen die „Bohnebrätscher“ dann im Jubiläumsjahr 1998 „150 Jahre Fasnet in Immenstaad“. Nicht fehlen dürfen auch „Knecht und Mägd“: Seit Entstehen im Jahre 1992 werden diese von Obermagd Karin Bank und von Oberknecht Hermann Fink geführt. Im Jahre 1953 erwähnte der Chronist zudem zum ersten Mal eine Prinzengarde, 2019 hat Prinz Axel I. „seine“ Prinzessin Joana I. auserwählt.Natürlich sind die „Hennenschlitter“ auch in der Fasnet 2019 fleißig unterwegs und sorgen überall für ausgelassene Stimmung: Am Freitag, 22. Februar laden die Hexen ab 20.30 Uhr zur Party in Linzgauhalle und Festzelt, um 70 Jahre Immenstaader Hexen zu feiern. Etwa 2 000 Hästräger werden tags darauf zum großen Jubiläumsumzug erwartet, der um 15 Uhr startet. Nach dem Umzug soll in der Linzgauhalle und im Festzelt eine Riesen-Party steigen. Am Schmotzigen, dem 28. Februar wird ab 8.45 Uhr Prinzenhochzeit vor dem Rathaus gefeiert. Abends ziehen die Hemdglonker durchs Dorf und zum Ball in der Linzgauhalle. Am 2. März startet dann um 14 Uhr der Kinderumzug zum Kinderball. Am 3. März ist der Fasnetsmarkt und am 5. März soll um 11.30 Uhr schließlich der Narrenbaum fallen.

David Balzer/pr

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