Wo der Chef im Sattel sitzt

8. August 2019
Krawatte und Fahrradhelm ergänzen sich bei Biberachs OB Zeidler. Foto: PR

Radfahren ist angesagt – auch bei den Behörden? Wir fragten nach, ob die Stadtoberhäupter auch auf zwei Rädern ihrer Vorbildrolle gerecht werden. Resultat: Sie tun es!

BIBERACH – Das Behördenfahrrad kommt ins Rollen, wenn man so will. Und es herrscht echte Basisdemokratie. So hat die Stadt Biberach seit 2015 mehrere Elektrofahrräder in Betrieb, gesponsort vom städtischen Stromversorger E.wa Riss. Stationiert sind sie im Rathaus, im Baudezernat und im Baubetriebsamt im Wolfental, berichtet Pressesprecherin Andrea Appell. „Sie werden von Mitarbeitern aller Ebenen für Dienstfahrten genutzt. Intensiv von unserer Botenmeisterei, aber auch von allen anderen, inklusive Oberbürgermeister Zeidler“, der damit auch schon zu Presseterminen geradelt ist – und zum Fototermin für ein blitzsauberes PR-Motiv in Sachen Öko-OB (unten).

Sein Laupheimer Kollege Gerold Rechle radelt da noch ein bisschen im Windschatten. Bisher hat im Laupheimer Rathaus nur der Hausmeister ein E-Bike, berichtet Pressesprecherin Nicole Hörmann. Das wird sich ändern. Drei E-Bikes stehen auf der Anschaffungsliste: Ein normales, das von allen Bediensteten genutzt werden kann, ein Lastenfahrrad für die Poststelle und ein E-Mountainbike, mit dem Bauamt und Umweltamt Termine in der Umgebung wahrnehmen. Angebote werden eingeholt.

Im Rathaus in Ochsenhausen ist das E-Bike-Zeitalter im vergangenen Jahr angebrochen. Mit dem Pedelec fahren Bürgermeister Andreas Denzel und die Rathausmitarbeiter seitdem zu Terminen außerhalb des Rathauses – als „bequeme Alternative zum Auto“, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Selbstverständlich haben wir auch einen Helm beschafft“, unterstreicht Stadtoberhaupt Andreas Denzel, „damit die Mitarbeiter möglichst geschützt fahren können.“ Die Mitarbeiter seien von dem neuen Dienstfahrzeug sehr angetan: Stressfrei und umweltfreundlich von A nach B zu gelangen, ist im Behördenalltag eine willkommene Arbeitserleichterung. Und der große Vorteil: Mit dem Pedelec kommt man nicht nur mühelos den Berg rauf, man kann auch Straßenbaustellen ganz einfach und legal umfahren. Und davon gab es ja in der Vergangenheit einige in Ochsenhausen .

Im Rathaus in Bad Schussenried gibt es gleich drei Dienstfahrräder, berichte Bürgermeister Achim Deinet. „Ich selbst habe seit 2010 ein E-Bike, das ich täglich nutze.“ Beim Rathaus gebe es Lademöglichkeiten für E-Bikes in drei speziellen „Fahrrad-Garagen“. Fahrradtouristen könnten so in Bad Schussenried ihre Fahrräder mit Gepäck verschlossen abstellen, solange sie zum Beispiel im Kloster oder den Museen unterwegs sind. Und die Räder haben natürlich das Bad Schussenried-Logo auf dem Rahmen.

Und wenn wir schon bei der umweltfreundlichen Fortbewegung sind: Es gibt am Rathaus seit März auch eine Ladestelle für Elektroautos, eine andere ist an der Stadthalle. Schließlich ist Bad Schussenried auch Träger des Energiespar-Siegels „European Energy Award“.

Uli Landthaler

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