Winnetou im Oberland
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6. Juli 2018
Ähnlichkeiten mit den Fernseh-Helden sind durchaus gewollt: Max Feuerbach und Martin Strele spielen Winnetou und Old Shatterhand. Foto: Festspiele

Von Samstag an reitet Winnetou wieder durch die Prärie von Burgrieden. Das Freilichttheater der dortigen Festspiele ist eine reine Privatinitiative.

Burgrieden – Der Wilde Westen ist gut durchgeplant. Die Betreiberin Claudia Huitz überlässt bei ihren Festspielen in Burgrieden nichts dem Zufall, sondern hat nach eigenem Bekunden überall Könner am Werk. Das reicht von den Schauspielern über die Kostümbildner bis zum Sicherheitsdienst, der den Besuchereinlass übernimmt.

Das Besondere an den Festspielen in Burgrieden: Sie sind eine reine Privatinitiative ohne öffentliche Förderung, sagt Huitz auf Nachfrage. Die Theaterfrau mit finanzwirtschaftlichem Studium hat vor sechs Jahren das Gelände im Gewerbegebiet beim Flugplatz in Burgrieden übernommen und darauf ein Western-Gelände modelliert – mit Hügeln, Häusern, Felsen und einem Weg, auf dem Winnetou um die Zuschauer herum reiten kann. Los ging es 2013 mit dem „Schatz im Silbersee“: Burgrieden ist eine der Handvoll Freilichtbühnen in Deutschland, die jedes Jahr Karl May-Stoffe aufführen. Die bekannteste ist Bad Segeberg, „wir haben sogar ein bisschen mehr Fläche“.

Von Samstag an reitet Winnetou in „Unter Geiern – der Sohn des Bärenjägers“ durch die Burgriedener Prärie. Über 30 Aufführungen stehen bis Mitte September auf dem Plan, immer Freitag bis Sonntag. Rund 800 Zuschauer passen auf die Tribüne, mit gut 20 000 pro Spielzeit wird kalkuliert. Gespielt wird auch bei Regen, „dann gibt es immer Sonderapplaus für die Darsteller“.

Huitz weiß, dass sie ihren Zuschauern viel Abwechslung und jedes Jahr etwa Neues bieten muss. Obwohl Karl May als Thema gesetzt sind, gibt es keine inhaltlichen Wiederholungen. Das Stück, viele Darsteller, die Kulissenbauten, der Regisseur: Alles ist anders als im Vorjahr. Statt der Westernstadt gibt es diesmal eine kleine Ranch, und als tierischer Begleiter von Winnetou ist ein Steppenadler dabei, vergangenes Jahr war es ein Wolf. Immer dabei sind die Pferden aus Burgrieden. Ansonsten wird wieder geschossen und gezündelt, die Pyrotechnik ist eine Attraktion der Festspiele „und wirkt bei Dunkelheit am besten“.

„Unter Bärenjägern“ ist der erste Teil des Jugendromans „Unter Geiern“ von Karl May, das Stück ist eine Bühnenfassung. Eine ganz bestimmte Abweichung von der Vorlage ist sozusagen Pflicht. Winnetou sieht auch in Burgrieden nicht aus wie im Buch beschrieben. Sondern wie im Fernsehen. „Lange Haare, helles Kostüm aus Hirschleder“. So wie Pierre Briece eben. www.festspiele-burgrieden.de

Uli Landthaler

 

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