Viel los im Tierheim
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30. August 2018
Zwei, die sich im Tierheim wohlfühlen: Ehrenamtliche Michaela Müller und Hundekind Pablo. FOTO: LANDTHALER

Beim Fest werden wieder die Hunde vorgestellt

Mit dem Tierheimfest startet der Tierschutzverein am Wochenende aus der Sommerpause. Aber der Begriff stimmt so nicht: Im Tierheim gibt es kein Sommerloch, sondern glückliche Welpen und dramatische Rettungsaktionen.

KREIS BIBERACH – Ganz scheu sitzt er da, schaut mit großen Augen durchs Türgitter. Und weiß offenkundig noch nicht, was er von seiner neuen Umgebung halten soll. In einer aufwendigen Rettungsaktion wurde der junge Mischlingsrüde (Foto unten) von Tierheim-Mitarbeitern eingefangen. Sie hatten die Meldung bekommen, dass ein herrenloser Hund an der B 30 umherstreunt und sind sofort ausgerückt. Sieben Leute waren drei Stunden im Einsatz, bis das scheue Tier im Auto verfrachtet war. „Bis auf wenige Meter hat er uns an sich herangelassen“, berichtet Carmen Weise vom Vorstand – aber dann ergriff er immer wieder die Flucht.

In so einem Fall setzen die Experten vom Tierheim einen Lockhund ein, der die Aufmerksamkeit des Flüchtlings auf sich ziehen soll. Irgendwann war man dann tatsächlich soweit, dass ihm die Helfer die Hundeleine wie ein Lasso um den Hals werfen konnten.

Solche Einsätze kommen vor im Biberacher Tierheim, das den Einsatz ehrenamtlicher Helfer benötigt. Das vom Tierschutzverein betriebene Haus am Biberacher Hubertusweg ist für den gesamten Landkreis zuständig – und ein stattlicher Betrieb. Um die 40 Hunde und doppelt so viele Katzen sind hier derzeit einquartiert. Bei den Katzen ist Hochsaison, weil der Nachwuchs jetzt abgegeben wird. Die Kastration und Sterilisation von Katern und Katzen kommt unter den Besitzern erst langsam in Mode, bedauert Christl Schuster vom Vorstand des Tierschutzvereins.

Christl Schuster zählt die weiteren Tierheim-Bewohner auf: Kleintiere vom Meerschweinchen bis zum Wellensittich. „Die fliegen den Leuten zu, sind zutraulich und werden dann zu uns gebracht“.

Und sie berichtet von einem neuen Trend. Immer mehr ältere Tiere werden im Tierheim abgegeben: Langjährige Lebensgefährten von alten Menschen,die pflegebedürftig werden und das Tier nicht mehr versorgen können – und die Angehörigen wollten sich leider oft nicht mit dem Thema belasten. Dabei sind ältere Tiere natürlich schwieriger zu vermitteln.

Nicht jeder ist so ein knuddeliger Sympathieträger wie Pablo, der gerade mit der Ehrenamtlichen Michaela Müller seine Spieleeinheitabsolviert. Der kleine Mischlingsrüde ist gerade dem Welpenalter entwachsen und freut sich überschwänglich über jede Gesellschaft – sein neues Zuhause hat er selbstredend schon gefunden.

Mit dem Leinen-Lasso

Seine Spielgefährtin ist als Ehrenamtliche sozusagen ein alter Hase und empfiehlt das Haus am Hubertusweg als Betätigungsort für alles mögliche: Gassi gehen, Ordnung machen, Kaffee und Kuchen beim Tierheimfest verkaufen oder einfach nur kommen und Katzen kraulen – Kinder können so den ersten Zugang zum Tierheim bekommen. Wenn sie Gefallen daran finden, können sie in die Jugendgruppe des Tierschutzvereins wechseln. Und wer sich handwerklich betätigen möchtge,der findet an den kleinen und großen Baustellen desTierheims immer wieder etwas zu tun.

Und ab und zu muss man ausrücken und herrenlose Hunde einfangen. Der Mischling von der B 30 darf sich erst mal im Heim erholen, bevor er einen neuen Besitzer erhält oder vom alten abgeholt wird. Letzteres ist eher unwahrscheinlich. DasTier trug kein Halsband, aber im Ohr einen Markierchip. Und zwar einen ausländischen, wie das Lesegerät anzeigt. Auch das ist Realität: Dass durchfahrendeTouristen ihre Hunde einfach am Straßenrand aussetzen.

Beim Tierheimfest am SamstagBeim Tierheimfest am Samstagund Sonntag wird unter anderemeine Auswahl der zu vermittelndenHunde vorgestellt.Mehr auf unserer Sonderseiteund unter www.tierschutzverein-biberach.de

 

 

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