Uli Herzogs „Frauenduft“ – es riecht nach Mord in Oberschwaben - Wochenblatt

Uli Herzogs „Frauenduft“ – es riecht nach Mord in Oberschwaben
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28. September 2017
Uli Herzog mit seinem neuen Buch „Frauenduft“ Foto: schwarz

Schräges Thema, Spannung, derber Humor und eine wirklich überraschende Lösung – mit „Frauenduft“ legt der gebürtige Biberacher Autor und WOCHENBLATT-Mitarbeiter Uli Herzog seinen zweiten „Schwabenkrimi“ vor.

region – Fallanalytiker (englisch: Profiler) findet Herzog schon von jeher faszinierend; jene Frauen und Männer also, die Profile von Straftätern erstellen, um bei der Aufklärung schwerer Verbrechen behilflich zu sein. Nicht von ungefähr ist Herzogs Krimiheld der pensionierte Fallanalytiker Ludwig Hirschberger, ein ausgewanderter Biberacher, der es bei der Wiener Kripo zu was gebracht hat. Diese „seltsame“ Mischung ist Herzogs zweiter Heimat Wien geschuldet, wo er viele Jahre lang lebte und von der er heute noch in den höchsten Tönen schwärmt. Natürlich ist Hirschberger auch im zweiten Roman wieder Dreh- und Angelpunkt des Ganzen.

Der enorme Verkaufserfolg seines Erstlings „Mord am Schützensamstag“ (rund 4500 verkaufte Exemplare, laut Verlagsauskunft „Oertel+Spörer“ eine sensationelle Absatzzahl für einen Regio-Krimi) ermutigt den heute in Altshausen lebenden Uli Herzog, einen zweiten Krimi nachzulegen. Mit der Intention natürlich, dem Leser die „wahre“ Fallanalyse noch näherzubringen – abseits der amerikanischen „Profiler“-Serien, die mit der Wirklichkeit oft wenig zu tun haben. Deswegen stöbert Herzog zunächst mal wieder in seiner persönlichen Fallanalyse-Bibel „Die Logik der Tat“ des populären deutschen Fallanalytikers Alexander Horn. „Da wird dir schlecht, wenn du über die ganzen abartigen Fälle liest“, sagt Herzog im WOCHENBLATT-Interview.

Nicht nur. Als Horn auf die Fetischisten zu sprechen kommt, ist Herzog plötzlich klar, wo seine eigene Geschichte hinläuft. Er erinnert sich an die WG, in der er während seiner kaufmännischen Ausbildung in den 60ern hauste. Dort gab es einen Mitbewohner, der gebrauchte Damenwäsche im Schrank aufbewahrte, um immer wieder daran zu schnüffeln. So dreht sich Herzogs zweiter Krimi nun um Geruchsfetischismus. Am Bodensee werden Frauen entführt, betäubt, beschnüffelt und in Biberach wieder freigelassen. Bis auf zwei, die auf der Strecke bleiben. Mord muss schließlich sein, sonst funktioniert ein Krimi nicht.

Der hier funktioniert ganz hervorragend. Der erfolgreiche Fallanalytiker Ludwig Hirschberger, von der regionalen Polizei zu Hilfe gerufen, droht dieses Mal an seine Grenzen zu stoßen, weiß aber, wo er sich noch kompetentere Hilfe herholen kann – um dann der Polizei eine verblüffende Lösung zu präsentieren.

Auch „Frauenduft“ hat Herzog „zu achtzig Prozent nachts“ geschrieben. „Ich komme mit fünf Stunden Schlaf aus, da liegt man dann zwangsläufig wach.

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