Täter zu „100 Prozent IS-gefärbt“

13. Juli 2017
Der Verurteilte Dieab K. und sein Verteidiger Werner Haimayer (re.)

Sechs Jahre und sechs Monate Jugendhaft lautet das Urteil des Landgerichts Ravensburg im Fall des IS-Anhängers Dieab K. Für das Gericht steht fest: Zusammen mit einem Komplizen aus Schweden hatte er einen Bombenanschlag in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen geplant, bei dem er sich und viele Opfer in die Luft sprengen wollte.

ravensburg/Biberach – Das Landgericht Ravensburg sah es als erwiesen an, dass der heute 21-jährige syrische Flüchtling Dieab K. „zum Morden bereit war“, wie der Vorsitzende Richter Stefan Maier erklärte. Er muss nun eine Jugendstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten antreten. K. war im November 2016 mit Utensilien für den Bau einer Bombe von Biberach, wo er als Asylbewerber lebte, Richtung Dänemark gereist, um sich in Kopenhagen mit einem Kontaktmann des „Islamischen Staates“ aus Schweden zu treffen. „Dort hätten mehrere Bomben gezündet werden sollen“, so Maier.

Richter Stefan Maier erkannte in K. einen Mann, der zu „100 Prozent IS-gefärbt ist. Eine Durchsetzung hat bis ins Mark stattgefunden.“ Während seines anderthalbjährigen Aufenthalts in Deutschland habe er sich mit nichts anderem befasst. Eine Abkehr, wie von Dieab K. behauptet, sei deshalb nicht glaubhaft. Stattdessen sei beim Verurteilten eine üble Gesinnung erkennbar. Bei einem möglichen Anschlag hätten viele arg- und wehrlose Menschen sterben sollen.

Hinter der Tat stand ein Gesamtplan, „der Schritt für Schritt und systematisch verfolgt wurde“, erklärte der Richter. Der Kauf der Sprengmasse folgte einer genauen Anleitung des IS. Zudem seien Abschiedsbotschaften von Dieab K. gefunden worden, die darauf hinweisen, dass ein Mann mit seinem Aufenthalt in Biberach und seinem Leben abgeschlossen hatte.

Das Landgericht sah damit die Erklärung Ks., er hätte nur die Mittel für einen Anschlag beschaffen wollen, als widerlegt an. In einem Schreiben an seinen Schweden-Komplizen hatte K. erklärt: „Ich bin bereit zu allem, ich mache, was ihr wollt.“ swö

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