Schüler als Müll-Rüpel
Empfehlung

21. März 2019
Die Müllsammel-Aktion von Laura, Jana, Anna und Timo beförderte überraschende Erkenntnisse hervor Foto: PR

Die Note Mangelhaft gibt es für Biberacher Schüler beim Thema Abfallvermeidung: Das ist die Erkenntnis einer Müllsammel-Aktion von vier jungen Leuten aus der Region. 

Biberach – Sie sind zwschen 16 und 18 Jahre alt und machen ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei Einrichtungen der St. Elisabeth-Stiftung. Jana, Laura, Anna und Timo wollten für ein Umwelt-Projekt wissen, wie es ihre Zeitgenossen so mit der Ordnung beim Müll entsorgen halten. Sie liehen sich Eimer und Greifzangen bei der bei Stadt und zogen los: An den Marktplatz, den Stadtbach bei der Stadtbücherei und vor allem ins Umfeld von Wieland- und Pestalozzi-Gymnasium in der Innenstadt.Das Resultat schildern sie dem WOCHENBLATT so: „Es war sehr erschreckend, wie viel und welche Art von Müll wir gefunden haben“, berichtet Laura Wager. „Unter anderem war neben Flaschen, Verpackungsmüll und Zigaretten auch eine benutzte Spritze dabei“. Dazu kommen Fahrradteile, Kondome, Getränkepäckchen, Plastikfolien, Kabelbinder, Mülltüten, eine Schuhsohle, ein Ohrring, viele Kronkorken und Flaschendeckel, Münzen, Bierkrüge und ein Bierglas, ein Pizzakarton und rund 50 Glasflaschen, meist Alkoholisches. Drei Müllsäcke waren am Ende der zweitägigen Aktion gefüllt – die Flaschen nicht mit eingerechnet.

Das Sammel-Team  hat bei seinem Einsatz ein regelrechtes Generationen-Gefälle ausgemacht: „Uns ist aufgefallen, dass sich gerade ältere Menschen mehr mit dem Thema ,Müll‘ befassen, so dass sie uns auch oft beim Müllsammeln angesprochen oder sogar gelobt haben. Dies war vor allem in der Innenstadt der Fall“.

Ihre eigenen Altersgenossen kommen bei der Aktion hingegen nicht gut weg. „Den meisten Müll fanden wir vor den Schulen“. Und damit nicht genug: „Ein Schüler, der uns beim Müllsammeln beobachtet hat, hat sogar Müll aus dem Fenster geworfen und sich über uns lustig gemacht.“ Die Erkenntnis: „Gerade bei der jüngeren Generation scheint das Problem noch nicht wirklich angekommen zu sein.“ 

Das ist umso verblüffender, weil wir vor zwei Wochen an dieser Stelle über das neue Umweltbewusstsein der Biberacher Schüler berichtet hatten: Um die 400 junge Leute demonstrierten am 1. März auf dem Marktplatz gegen den Klimawandel und forderten eine nachhaltige Umweltpolitik. Sie kamen aus den selben Schulen, in deren Umgebung Laura und ihre Mitstreiter knapp zwei Wochen später die beschriebenen Müllmengen zusammengeklaubt haben. 

Aber die Erwachsenen haben dem nicht viel entgegenzusetzen, wie ein kleines Experiment zeigte: „Wir haben absichtlich Müll fallen lassen und wollten die Reaktionen der Passanten abwarten. Leider hat bei 20-30 Durchführungen nur eine Frau gesagt, dass wir unseren Müll bitte aufheben und entsorgen sollen. Alle anderen haben nicht reagiert oder uns nur kurz verwirrt angeschaut“. Selbstverständlich wurde der ganze Müll danach aufgehoben und entsorgt, die Flaschen kamen in den Glascontainer.

• Liebe Schüler/innen, was ist da los? Wir freuen uns über Rückmeldungen auf unserer Facebook-Seite oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Uli Landthaler

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