Ohne Angst voll digital ins neue Jahr

1. Februar 2019
Redner Philipp Riederle: „Alles wird sich verändern“ Foto: Oliver Hofmann

Zukunftsforscher sind derzeit  angesagt. Sie finden sich zum Beispiel bei Neujahrsempfängen, wo sie uns vorwarnen, was 2019 und danach auf uns zukommen wird. Einer war jetzt auch beim Empfang des Landkreises Biberach in der Gemeindehalle in Aßmannshardt.

Dabei ist Philipp Riederle gar kein ausgewiesener Forscher, sondern eine Art Technologie-Deuter und vielleicht der jüngste Redner, den diese Traditionsveranstaltung bislang hatte. Nachdem sich die Besucher in beschaulichen Jazz-Klängen des Lukas Brenner Trios wohlig einrichten durften, wurde von Riederle die Revolution ausgerufen – die digitale.

Kompetenz fürs iPhone

Der 24-Jährige ist ein digitaler Frühentwickler, der mit 13 Jahren ein Erklär-Video fürs iPhone produzierte. An der Zeppelin University in Friedrichshafen absolvierte er den Studiengang Soziologie, Politik und Ökonomie und hat seit dem Abitur schon zwei Bücher über die digitale Generation geschrieben („Wer wir sind und was wir wollen“ und die Fortsetzung „Wie wir arbeiten und was wir fordern“).

Den Zuhören, von denen die meisten seine Eltern sein könnten, machte er klar: „Ihr seid die letzte analoge Generation“. Die Zukunft wird Volldigital, was sonst. „Aber was macht es mit uns, wenn wir im Durchschnitt alle 18 Minuten auf unser Smartphone schauen“, fragte er. Damit das gut geht, brauchen junge Leute Medien-Kompetenz. Aber woher? Von den Lehrern? Die müssten sich das alles erstmal selber aneignen. 

Zeit wird‘s, der Digital-Deuter glaubt, dass in zehn Jahren die Hälfte der heutigen Berufe nicht mehr in ihrer jetzigen Form existiert, sondern Nachfolgetätigkeiten Platz gemacht haben. Mit welchen Folgen? Riederle lenkt den Blick auf die USA, wo der Truck-Fahrer einer der häufigsten Berufe sei. Aber was ist, wenn die Lastwagen in Zukunft selber fahren und keine Trucker mehr benötigen? Das gleiche gilt für die Taxifahrer.

Riederles Prognose: Die Leute werden eh weniger werden in der Arbeitswelt – und damit viel mehr Auswahlmöglichkeiten bekommen. Es wird mehr Wechsel geben im Berufsleben, man muss ständig etwas dazulernen.

Und es nützt nichts, sich dagegen zu stemmen. Riederle: „Es wird sich so viel verändern wie nie zuvor. Seid offen dafür, lasst euch darauf ein – und habt keine Angst vor der digitalen Zukunft!“

Millionen für Online 

Die Zahlen dazu kamen von Landrat Heiko Schmid: In den Breitband-Ausbau werde der Kreis in den nächsten Jahren über 30 Millionen Euro investieren. Und die Berufsschulen in Biberach, Laupheim und Riedlingen ausbauen. Dazu kommen drei Millionen Euro Zuschuss für die Hochschulen in Biberach und Riedlingen. Und für die Wirtschaft bringen Kommunen und die IHK Digitalisierungszentren an den Start. Sie sollen kleine und mittlere Unternehmen auf ihrem Weg ins digitale Zeitalter unterstützen.

Und zum Thema Zukunft: Die klappt am besten, wenn man sie selber in die Hand nimmt. Am 26. Mai wählen die 45 Kommunen im Kreis  Biberach ihre Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie den Kreistag. Schmid an die Zuhörer: „Denken Sie ernsthaft darüber nach, ob Sie sich als Kandidat aufstellen lassen“.

Uli Landthaler

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