Miezen ohne Ende - Tierheimfest am Wochenende

Miezen ohne Ende - Tierheimfest am Wochenende
Drei von dreißig: Angela Rütterswörden und das Tierheim-Team haben viele Katzen, die Anschluss suchen. Foto: Uli Landthaler
29. August 2019

Am Wochenende ist Tierheimfest – da kann man nicht nur feiern, sondern sich auch über das Angebot des Tierheims informieren. Derzeit ist Hochsaison für Katzenkinder. 

Biberach – Sie wirken nicht unbedingt so, als ob sie einen Schaden weg haben: Ausgesetzte Jungkätzchen, die mit oder ohne Mutter im Tierheim abgegeben wurden. Jetzt ist Hochsaison für herrenlose Stubentiger. Mal werden sie ganz offiziell an der Pforte abgegeben, mal rufen Leute an, bei denen eine fremde Katze im Garten einen Wurf Junge zur Welt gebracht hat. 

Und manchmal werden sie ein paar Meter vor dem Tierheim aus dem Auto befördert und sich selbst überlassen – in der Erwartung, dass sich die Tierheim-Mitarbeiter ihrer annehmen werden. „Das ist schon dreist“, ärgert sich Tierheim-Mitarbeiterin Angela Rütterswörden. Ungefähr 30 junge Katzen im Alter von zwei Wochen bis fünf Monaten sind in letzter Zeit im Tierheim gelandet, sie sind in der Regel neugierig und verspielt, werden von den Ehrenamtlichen mit dem Fläschchen aufgezogen und warten jetzt auf katzenfreundliche Besitzer. Am besten Familien mit Garten, denn Katzen brauchen Auslauf und Familienanschluss, sagt Rütterswörden. Der Garten sei aber keine Pflicht, „es gibt auch Katzen, die man in der Wohnung halten kann“. 

Ebenfalls keine Pflicht, aber mehr als empfehlenswert: Das Kastrieren oder Sterilisieren von Kater und Katze. Viel Katzenleid kommt daher, dass die Tiere unkontrolliert trächtig werden und Nachwuchs in die Welt setzen, um den sich niemand kümmert und den erstmal keiner haben will – wenn sich im Tierheim nicht doch neue Besitzer finden.

Beim Tierheimfest werden wieder 30 Hunde aus dem Bestand des Tierheims vorgestellt. Sie werden auf die Wiese geführt und den Besuchern erklärt. Die Wiese ist Schauplatz des Tierheimfests – mit Verpflegung, Flohmarkt, Info-Ständen und Vorführungen (mehr dazu auf unserer Sonderseite). Das Tierheim selber ist an dem Tag nicht zugänglich, „den Trubel würden die Tiere nicht ertragen“, erläutert Rütterswörden. 

Wer ernsthaft Interesse an einem Heimtier hat, kann gerne zu einem anderen Termin vorbeikommen. Im Hubertusweg gibt es nicht nur Hund und Katz‘. Es warten auch eine Vogel-Voliere mit Wellensittichen und anderen Käfigbewohnern, eine Kaninchen-Familie, Meerschweinchen – und sogar Mäuse und Ratten. Letztere sind ein echter Tipp, sagt Rütterswörden: soziale, umgängliche Nager mit Familiensinn und nicht schwer zu halten. Auf jeden Fall ist jedes Tier, das im Tierheim lebt, dazu da, an neue Besitzer vermittelt zu werden.

„Wir sind nur eine Durchgangsstation.“ Das Kreistierheim hat die Aufgabe, Fundtiere aus dem Landkreis Biberach in Verwahrung zu nehmen und wenn möglich an neue Besitzer zu vermitteln. Dazu gibt es auch Sonderaufgaben: Man fängt wildlebende Katzen, um sie dann zu sterilisieren und wieder in die Natur zu entlassen. So wird verhindert, dass sie sich vermehren. 

Das Tierheim wird vom Tierschutzverein getragen und hat zehn Teilzeitmitarbeiter. Finanziert wird es vom Landkreis, von den Kreisgemeinden und von Spenden. Auch die Einnahmen aus dem Tierheimfest werden benötigt, in dem Gebäude aus den neunziger Jahren stehen immer wieder Renovierungsarbeiten an. Und natürlich sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Seele des Tierheims. Neue sind immer willkommen. Online ist man zu finden unter www.tierschutzverein-biberach.de.

Uli Landthaler

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