Live ins Ordnungsamt
Empfehlung

11. April 2019
Der Stadtgarten neben der Stadthalle ist ein Wohlfühlort – und das kann auch Probleme machen. Foto: Uli Landthaler

Bekommt die Stadthalle eine nächtliche Video-Überwachung? Der Biberacher Gemeinderat entscheidet darüber am heutigen Donnerstag.

Biberach – Kameras in der Stadthalle sind ja ein normaler Anblick, wenn wichtige Ereignisse anstehen. Kameras vor der Stadthalle aber wären etwas völlig Neues. Das Ordnungsamt will sie installieren, um Vandalismus und Sachbeschädigung unter Kontrolle zu bringen. Der überdachte Eingangsbereich ist ein beliebter Treffpunkt von Gruppen, die man dort nicht haben will. Drogenhandel, Vandalismus, und Körperverletzung – eine „aggressive Stimmung“ habe überhand genommen, heißt es. 

Daher soll mit sieben Videokameras, die insgesamt 30 000 Euro kosten, das Geschehen an den Stadthallen-Zugängen überwacht werden. Allerdings nur nachts, wenn keine Veranstaltungen sind, um Sachbeschädigungen und andere Verstöße zu dokumentieren und die Täter zu identifizieren.

Mit Plänen zur Videoüberwachung hat die Stadt bislang keine guten Erfahrungen gemacht – hier gelten strenge Regeln. Kameras am Gigelberg, mit denen die Zugänge zum Schützenfest überwacht werden sollten, mussten vor Jahren wieder abgebaut werden: Einzelne Bürger hatten gegen den Eingriff in ihre Privatsphäre protestiert. Auch heute im Gemeinderat sind kontroverse Diskussionen zu erwarten. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Rathaus.

Auch durch andere Maßnahmen will die Stadt für mehr Sicherheit und Sauberkeit sorgen: 

• Videoüberwachung von Müllcontainern: Vier Standorte von Papier- und Glascontainern werden für eine Videoüberwachung vorbereitet. Grund sind wilde Müllablagerungen im Umfeld, deren Beseitigung jährlich mehrere zehntausend Euro kosten. Jetzt werden die Container-Standorte besser ausgeleuchtet – hat das keinen Erfolg, folgen die Kameras.

• Belohnung: Im städtischen Mitteilungsblatt „Biberach Kommunal“ wird künftig eine Belohnung für Hinweise ausgeschrieben, die zur Aufklärung von Sachbeschädigungen führen. • Weniger „to go“-Müll: Mit den Bäckereien will man sich darauf verständigen, den Kaffee zum Mitnehmen in Pfandbecher statt in Einweg-Pappbecher zu füllen.

• Plakatieren: Wahllos und ohne Genehmigung im öffentlichen Raum angebrachte oder aufgestellte Plakate werden entfernt.

• Alkohol-Testkäufe: Das Ordnungsamt schickt junge Leute auf Einkaufstour, um das Abgabeverbot von Alkohol an Jugendliche zu kontrollieren. Beim jüngsten Versuch hielt sich nur ein Drittel der Verkaufsstellen an die Regeln.

• Kommunaler Ordnungsdienst: Die Stadtsheriffs haben sich aus Sicht des Ordnungsamts bewährt, „Quantität und Qualität suchen ihresgleichen, selbst größere Nachbarstädte wie Ravensburg verfügen nicht über derart professionelle und personell gut aufgestellte Strukturen“, heißt es. 

• Nachtwanderer: Das Ordnungsamt regt an, an Wochenenden Teams von um die fünf Ehrenamtlichen loszuschicken, die „Freitag- und Samstagnacht als Ansprechpartner für Jugendliche auf der Straße sind, Hilfe und Unterstützung anbieten und versuchen, auf schwierige Situationen beruhigend einzuwirken“.

Insgesamt lebt es sich in Biberach aber sicher, wie der Leiter des Polizeireviers Biberach Joachim Hardegger in seinem Polizeilichen Lagebericht versichert. Das sagen die Fallzahlen und die Aufklärungsquoten.

Uli Landthaler

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren