Künftig nach Biberach

Künftig nach Biberach
Bei Anlässen wie dem Richtfest des Biberacher Krankenhauses im Sommer hielten die Sana-Redner über die Schließungspläne für Riedlingen dicht – das werfen ihnen Kreispolitiker heute vor. Fotos: Uli landthaler
20. November 2019

Das war‘s mit dem Riedlinger Krankenhaus: Die einzige offene Frage ist, ob es schon Mitte nächsten Jahres geschlossen wird oder erst zum Jahresende. Das wurde bei der jüngsten Klinik-Debatte des Kreistags deutlich. Als Ersatz gibt es ein ambulantes Gesundheitszentrum – und eine topmoderne Klinik in Biberach. 

Kreis Biberach – Geheimniskrämerei ist das Einzige, was man dem Sana-Konzern bei der Debatte um die Zukunft des Riedlinger Krankenhauses vorwerfen kann. Der Klinikbetreiber habe die Politiker und die Öffentlichkeit viel zu lange im Unklaren gelassen über die Schließungsabsicht, die sich mit Blick auf die Bilanzen offensichtlich schon lange abgezeichnet habe.

Darüber beklagten sich sowohl Landrat Heiko Schmid als auch der  CDU-Fraktionsvorsitzende  Roland Wersch in der Sitzung und ernteten das Kopfnicken vieler Kreisräte. Die Entscheidung selber sei aber in Ordnung und unvermeidbar, waren sich die meisten Redner in der Halle in Aßmannshard einig, und auch die Riedlinger Kreisräte protestierten in ihren Wortbeiträgen  nur zaghaft gegen diese Feststellung. Der Gesetzgeber, die wirtschaftliche Entwicklung, der medizinische Fortschritt und  auch das Verhalten der Patienten geben eine klare Richtung vor: Statt vielen kleinen wird es nur noch wenige große, leistungsfähige Krankenhäuser geben – eines davon eine halbe Autostunde von Riedlingen entfernt im Biberacher Hauderboschen.

Denn Patienten wollen nicht die nächstmögliche, sondern die bestmögliche Gesundheitsversorgung, wie Grünen-Kreisrat Elmar Braun anmerkte.Für Städte wie Riedlingen und Laupheim, wo jetzt noch Kliniken stehen, bleiben ambulante  Gesundheitszentren mit ausgewählten Angeboten. In Laupheim ist unter anderem ein Zentrum für Älterenmedizin geplant, das künftige Profil für den Gesundheitsstandort Riedlingen muss erst noch entwickelt werden. Sana nennt etwa die chirurgische und orthopädische Praxisklinik und die internistische Facharztversorgung.

Nun müssen sich Sana, der Landkreis, die Stadt Riedlingen und möglichst auch noch die Kassenärztliche Vereinigung zusammensetzen und vereinbaren, was in Riedlingen verwirklicht werden soll.  Sana-Regionalgeschäftsführer Heinz Ruland riet im Übrigen dazu, nicht nur in Landkreis-Kategorien zu denken. Das sei praxisfremd. „Wenn jemand so wohnt, dass er in nur 20 Minuten im Saulgauer Krankenhaus ist, dann soll er auch dort hin.“

Uli Landthaler

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