Kühe unter Stress
Empfehlung

23. August 2018
Gerhard Glaser mit seinem Stellvertreter Hubert Hopp MK

Beim Erntegespräch des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen zeigte sich der Kreisobmann Gerhard Glaser einigermaßen zufrieden mit den Ernteergebnissen. Die anhaltende Trockenheit und die Angriffe auf seinen Berufsstand  bereiten ihm jedoch Sorgen. Gerhard Glaser brachte deutlich das Wetterglück für die Landwirte Oberschwabens zum Ausdruck: „Im vergangenen Jahr hatten wir durch die Spätfröste im April große Ausfälle. Die beiden Jahre davor wurden wir durch Starkregen und Überschwemmungen gebeutelt. Dieses Jahr hatten wir ein zahmes Frühjahr, die Hitze kam zur richtigen Zeit, wir konnten die Ernte schon zwei Wochen früher einbringen.“ Die Mengen waren, so Glaser, bei Wintergerste, Winterraps, Sommergerste und Hafer zufriedenstellend bis gut. Beim Mais wird aber wegen der langanhaltenden Trockenheit mit deutlichen  Verlusten gerechnet.Glaser berichtete, dass Viehhalter vor größeren Problemen stehen: „Der Graswuchs steht still. Der immer wieder fallende leichte Regen brachte keine Erleichterung. Wir können nur hoffen, dass es bald ausgiebig regnet und die angebaute Zwischenfrucht eine Erleichterung bringt.“Doris Härle, die Vorsitzende des Landfrauen-Verbandse, berichtet von einem Rückgang der Milchleistung: „Die Kühe haben wegen der Hitze Stress. Wir setzen Duschen ein, um dem Problem entgegenzuwirken.“ Einen breiten Raum nahm das Thema „Bauernbashing“ ein. Hubert Hopp, stellvertretender Kreisobmann, berichtete von fehlender Wertschätzung seines Berufsstandes: „Es nervt, wenn wir ständig an den Pranger gestellt werden. Egal was wir tun, wir Landwirte machen anscheinend alles falsch.“ Die gegen den Berufsstand immer wieder erhobenen Vorwürfe wie Tierquälerei oder Umweltvergiftung seien absurd, aber doch belastend. Hubert Hopp berichtete, dass manche Landwirte diesen ständigen Angriffen, die auch vor deren Kindern in der Schule nicht halt machen, nicht mehr gewachsen sind: „Sie haben nicht nur resigniert, sie sind psychisch am Ende – und geben dann auf.“                      M. Kohler

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