Klima-Demo trotz Schule
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7. März 2019
Demonstrieren fürs Klima: So geht's! Foto: Laura Hummler

Zum ersten Mal haben am vergangenen Freitag auch in Biberach Schüler gegen den Klimawandel demonstriert – zu Hunderten mitten auf dem Marktplatz.  „Fridays for Future“ soll auch hier heimisch werden. Was bewegt die jungen Leute, freitags statt zur Schule auf die Straße zu gehen?  

Biberach – Ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen und dabei auch noch ganz zufällig die Schule verpassen – noch mehr kann sich eine Demonstration für Schüler ja eigentlich gar nicht lohnen. Als Schauplatz für dieses Spektakel wählten Jugendliche ab der achten Klasse am vergangenen Freitag keinen anderen Ort, als mitten auf dem Marktplatz. Und das, obwohl zu dieser Zeit doch eigentlich Unterricht stattgefunden hätte.

Ihr Anliegen ist der Klimaschutz. Dafür gehen sie auf die Straße, besser gesagt, auf den Marktplatz. Viele von ihnen halten Schilder in die Luft, auf denen „There is no Planet B“ (es gibt keinen Planeten B) oder „Systemfehler: Ignoranz“ zu lesen steht. Den Schülern der Biberacher Schulen ist es ernst. Sie folgen dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg, welche schon monatelang an Freitagen der Schule fernbleibt, um sich für Umweltschutz und ein Bewusstsein für den Klimawandel einzusetzen. Die Bewegung, die sie dadurch ins Leben gerufen hat, heißt „Fridays for Future“. Mehr als 250 Demonstrationen dieser Art haben am Freitag in ganz Deutschland stattgefunden. Den Jugendlichen ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass in Sachen Klimaschutz keine Zeit verloren gehen darf. „Wir müssen JETZT etwas tun!“, sagen viele von ihnen.

Dabei reden sie nicht nur in leeren Phrasen, sie bringen gleich konkrete Vorschläge:  „Wir müssen aus der Kohleindustrie aussteigen, Insekten schützen und diesen ganzen Plastikwahn beenden“, meint Constantin Ruppel. In anschaulichen, empathischen Vorträgen versuchen die Schüler, unter allen Interessierten und auch untereinander das Bewusstsein für eine gesunde Erde und Umwelt zu vergrößern. Beispiel Supermarkt: „Selbst unser Gemüse braucht angeblich Plastikverpackungen“, ruft eine Schülerin empört. 

Dass für eine große Sache wie den Schutz unserer Umwelt die Schule geschwänzt wird, stoße zwar hier und da auf Unverständnis, gibt Constantin Ruppel zu. Er hat die Aktion gemeinsam mit seinen Freunden Frederike Fäth, Eleonora Abel, Alexander Orend, Annika Ludwig, Nicola Hauchler, Sophia Lorenz, Franziska Denninger und Veronika Hehl in Biberach ins Leben gerufen. „Wieso soll ich für eine Zukunft lernen, in der ich nicht mehr so leben kann, wie ich es jetzt tue?“, fragt Constantin Ruppel die rund  400 versammelten Schüler am Freitag. Er warnt vor einem immer höher steigenden Meeresspiegel und davor, dass es bald einen weiteren Kontinent im Meer geben wird, der aus nichts außer Plastik besteht. Deshalb fordert er die Politik auf, jetzt zu handeln, nicht mehr länger zu warten. Außerdem müsse der Kohleausstieg deutlich schneller gehen. 

Aber was sagt die Schulleitung zur Demo? Sabine Imlau, Schulleiterin des Pestalozzigymnasiums Biberach, war selbst auf der Demonstration. „Für meine Enkelkinder“, hatte sie ihre Anwesenheit kommentiert. Auch sie versteht die Wichtigkeit des Klimaschutzes. „Frau Imlau hat in dieser Sache von Anfang an hinter uns gestanden“, berichtet Constantin Ruppel.

Die „Fridays for Future“-Bewegung soll in Biberach Fuß fassen. Für den 15. März haben die Schüler eine weitere Demonstration vorgesehen. Die soll aber außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden.

Laura Hummler

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