Hilfe, Schaden! Was nun? Interview mit einem Experten

3. Juni 2019
Uwe Haug von Rainbow International. Der Sanierungsexperte hat uns ein paar spannende und wissenswerte Fragen beantwortet. Bild: PR

Region - Wenn der Unglücksfall eintritt und Elementarschäden wie ein Keller voll Wasser bleiben, ist die Panik oft groß. Was ist in diesem Fall zu tun und wie schützt man sich am besten? Das WOCHENBLATT hat beim Sanierungsexperten Uwe Haug von Rainbow International nachgefragt.

 

Herr Haug, wie schützt man sich als Eigentümer am besten vor Unwetterschäden?
Was ganz wichtig ist und leider viel zu häufig vergessen wird, ist das gründliche Reinigen von Schächten, Rinnen und Dacheinläufen. Man sollte unbedingt darauf achten, etwa den Schmutz vom letzten Winter zu entfernen, um ein sicheres Abfließen des Wassers sicher zu stellen. Was sicherlich auch nicht schadet, ist in exponierten Wohnlagen präventiv Sandsäcke und mit Sand gefüllte Siloschläuche parat zu halten. Außerdem empfiehlt sich natürlich immer eine genaue Beobachtung der Wetterentwicklung.

Welche Versicherung hilft mir im Falle eines Elementarschadens?        
Eigentümer sollten für ihr Gebäude stets eine „Gebäudeversicherung“ mit klar definierter und darin enthaltener Elementarversicherung, idealerweise ergänzt mit der Leitungswasserversicherung abschließen.  Dadurch sind sie sowohl bei den „normalen“ Arten von Leitungswasserschäden, als auch bei Überschwemmungen, versichert. Für den jeweiligen Gebäudenutzer (Eigentümer oder Mieter) empfiehlt sich weiter eine Hausratsversicherung, die ihm im Schadensfall beispielsweise beschädigtes Mobiliar erstattet.

Wie gehe ich vor, wenn der Schaden bereits geschehen ist?    
Besonders nach Unwettern ist bei Versicherungen telefonisch kaum ein durchkommen. In diesem Fall kann man auch direkt bei der Sanierungsfirma anrufen. Wir kümmern uns dann beispielsweise um die Schadenaufnahme und die strukturierte Kommunikation mit der Versicherung. Sobald von deren Seite eine Kostenübernahmeerklärung vorliegt, beginnen wir mit der Sanierung. So hat der Kunde kein Kostenrisiko. 

Beeinträchtigt mich eine Sanierung im Alltag?  
In 90 % aller Fälle kann der Alltagsbetrieb wie gewohnt weiter geführt werden. Es kommt jedoch vor, dass durch unsere speziellen Trocknungsverfahren gelegentlich Abwärme oder auch Geräusche entstehen.

Haben Sie wichtige Tipps für Betroffene?           
Wichtig ist in erster Linie, dass man sich professionelle und seriöse Hilfe zur Seite holt, auch wenn es schnell gehen muss. Betroffene sollten sich immer informieren, ob das ausgewählte Unternehmen auch zertifiziert ist oder über Referenzen – zum Beispiel als gelisteter Kooperationspartner der großen Gebäudeversicherer -  verfügt. Bedauerlicherweise gibt es viele „graue und schwarze Schafe“ in der Branche. 

Was passiert, wenn Wasserschäden unbehandelt bleiben?      
Das kann gravierende Folgen haben, sowohl für das Haus an sich, als auch für seine Bewohner. Feuchtigkeit ist regelmäßig der Nährboden für Schimmel. Und dann greift nicht nur die Feuchte die Bausubstanz, sondern auch der Schimmel die menschliche Gesundheit an. Wenn sich beispielsweise Feuchtigkeit in den Baustoffen selbst oder Hohlräumen im Baukörper ansammeln, was der Besitzer oft gar nicht merkt, wandert dieses häufig innerhalb Monaten in Richtung der Außenwände und durchfeuchtet diese. Wärmebrücken und Frostabplatzungen nach dem Winter sind die Folge. Das wird häufig unterschätzt.

Wie komme ich meiner Schadenminderungspflicht am besten nach?  
Schadenminderungspflicht bedeutet, den Schaden im Rahmen seiner Möglichkeiten zunächst bestmöglich gering zu halten. Sie gilt daher auch nicht in allen Fällen im selben Maße: Hier ist an  eine 80 jährige ältere Dame ein anderer Maßstab anzulegen als an einen Mann in bester Kondition. Man kann beispielsweise „freies Wasser“ im Gebäude schon einmal mit Eimern beseitigen oder den eingeschwemmten Schlamm entfernen. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn das Gebäude schon ein wenig „vorgetrocknet“, sprich gelüftet, ist.

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