Goldener Biber für „Im Niemandsland“ ++Video++

4. November 2019

Der Siegerfilm der Biberacher Filmfestspiele kommt am Donnerstag, 7. November, ins Kino:  “Im Niemandsland” von Regisseur Florian Aigner bekam den Goldenen Biber und damit den mit 8000 Euro höchstdotierten Preis des Festivals. Aus der Jurybegründung: Der Preis der Spielfilmjury geht an eine vielschichtige Neuauflage von Romeo und Julia, angesiedelt am Rande von Berlin, zwischen Zehlendorf und Klein Machnow, in der Zeit nach dem Mauerfall und vor der Wiedervereini­gung. Grundlage des Familienkonflikts ist die bisher noch selten erzählte Geschichte der Häuserenteignung in der DDR, die im Sommer 1990 durch die Restitution rückgängig gemacht wurde. Alte Wunden und neue Vorurteile befeuern den Konflikt zwischen der West- und der Ostfamilie, während sich die Jugendlichen ineinander verlieben. Die Geschichte wird kurzweilig erzählt, mit unerwarteten Wendungen und einem guten Gespür für Timing, Zeitkolorit, und mit Dialogsätzen wie dem der Ostmutter: Was links ist, bestimmen immer noch wir. Bis in die Nebenrollen hinein stark besetzt und emotional inszeniert, sorgt Florian Aigner für einen Kinoabend, der durch seine aktuelle Relevanz zu Diskus­sionen einlädt.

Auch sonst gab es bewegende Momente bei der Preisverleihung: Filmemacherin Beryl Magoko bekam den Doku-Biber für „In Search“, in dem sie das brutale Ritual der Beschneidung junger Frauen in Afrika anprangert. Der Film kommt im März ins Kino.

Regisseur Savas Ceviz bekam den Debut-Biber für seinen Erstling „Kopfplatzen“, wo er das heikle Thema Pädophilie, also die sexuelle Orientierung an Kindern, aus der Sicht eines Betroffenen schildert, der unter seiner Neigung leidet und gegen sie ankämpft. Der Film wurde vom SWR mitproduziert und soll im Februar ins Kino kommen.  

Und der Fernseh-Biber geht an Dirk Kummer für die BR-Satire „Herren“: Ein Dunkelhäutiger fühlt sich ständig wegen seiner Hautfarbe verfolgt, obwohl er längst keinen Grund mehr dazu hat.

Nicht zu vergessen der Publikumsbiber:  „Mein Ende – dein Anfang“ verwebt zwei Geschichten kunstvoll miteinander: Das plötzlich Ende einer Liebesgeschichte durch einen Raubüberfall und die Suche nach einer lebenserhaltenden Knochenmarkspende. Der Film von  Mariko Minoguchi hat eine nicht vorhersehbare Handlung mit zahlreichen Überraschungsmomenten“, lobt die Jury.  Er kommt am 28. November ins Kino.    

Die Preisverleihung waren der Höhepunkt von fünf Tagen Kino total im Biberacher „Traumpalast“ bei dem 15 000 Zuschauer 65 aktuelle deutsche Filme zu sehen bekamen.           

Uli Landthaler

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